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Samstag, 12. Oktober 2013

+++Facebook macht alle Profile der Nutzer öffentlich!+++


Wer bei Facebook von anderen Nutzern über die Suchbox nicht gefunden werden wollte, konnte dies einstellen. Damit ist künftig Schluss: Das Unternehmen hat die Funktion abgeschafft, sie habe sich überlebt. Profile können nicht mehr versteckt werden.

Facebook-Nutzer können ihr Profil künftig nicht mehr von der Suchfunktion des Netzwerkes verbergen. Zuvor konnten Facebook-Mitglieder festlegen, dass sie bei einer namentlichen Suche über die Webseite nicht auftauchen wollen.

Diese Funktion („Wer kann deine Chronik über deinen Namen finden?“) gab es unter den Einstellungen zur Privatsphäre. Tippte dann ein anderer Facebook-Nutzer den Namen dieser Mitglieder in die Facebook-Suchbox ein, wurde das Profil nicht angezeigt. Diese Möglichkeit werde jetzt vollständig entfernt, kündigte Facebook-Manager Michael Richter an.

„Funktion hat sich überlebt„

Sie sei bereits vergangenes Jahr für die Nutzer entfernt wurden, die die Einstellung nicht aktiviert hatten. Inzwischen nutze nur noch eine „kleine Prozentzahl“ der mehr als eine Milliarde Facebook-Mitglieder die Option. Sie sollen durch einen Hinweis auf der Facebook-Startseite über die Änderungen informiert werden.

Die Funktion habe sich überlebt, begründete Richter den Schritt. So könnten Nutzer die Profile anderer Mitglieder auch über gemeinsame Freunde oder Kommentare zu Fotos finden. Facebook stellte Anfang des Jahres die neue Suchfunktion „Graph Search“ vor. Damit können Nutzer verstärkt nach Interessen oder Themen suchen, also etwa ihre Bekannten in einer bestimmten Stadt finden. Bisher gibt es die neue Suchfunktion nur für Nutzer der englischsprachigen Facebook-Version.

Einstellungen selber vornehmen

Wer einschränken wolle, welche Informationen andere auf Facebook sehen können, solle das bei jedem Eintrag einzeln machen, rät Richter. Das sei „der beste Weg, zu kontrollieren was Menschen über euch auf Facebook finden können“.

Mitglieder können bei Statusnachrichten oder Fotos einstellen, ob allein die eigenen Facebook-Kontakte, auch deren Freunde oder die gesamte Öffentlichkeit einen Eintrag sehen soll. Nutzer würden in den kommenden Wochen noch einmal darauf hingewiesen, dass es diese Möglichkeiten zur Einschränkung gibt.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

+++VK.COM, oder der Machtkampf um das Facebook Osteuropas+++


Wer kontrolliert Russlands größtes Social Network VK.com? Ein mysteriöser Investor hat 48 Prozent der Firma übernommen, will nun mit Werbung mehr Geld verdienen. Dem freigeistigen Gründer droht er mit Rauswurf. Der aber wittert eine Intrige des Kreml.

Die Entwickler des sozialen Netzwerks VK.com residieren wie Fürsten über den Dächern von Sankt Petersburg. 2012 hat das Unternehmen ein Jugendstilanwesen an der Flaniermeile Newskij Prospekt bezogen, das US-Diplomaten während des Ersten Weltkriegs als Botschaft nutzten. Vom Dach ragt eine verspielte Glaskuppel in den Himmel.

Hier schlägt das Herz eines digitalen Königreichs mit derzeit rund 200 Millionen registrierten Nutzern. Die meisten stammen aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion. In Russland ist VK.com Marktführer vor der US-Konkurrenz Facebook. Errichtet hat es der Russe Pawel Durow, Jahrgang 1984. Er hat VK.com 2006 gegründet, gemeinsam mit seinem Bruder Nikolaj und ein paar Kompagnons.
Mit zweien davon hat Durow sich überworfen. Das könnte ihm zum Verhängnis werfen. Beide haben im Frühjahr überraschend ihre Anteile verkauft und damit die Tür geöffnet für den Einstieg eines Investors, den Durow für einen Strohmann des Kreml hält.

Faible für Neo aus "The Matrix"

Ilja Scherbowitsch heißt der Geschäftsmann, der sein Geld mit Wertpapiergeschäften für die Deutsche Bank und russische Staatsunternehmen gemacht hat. Scherbowitsch saß auch ein Jahr im Aufsichtsrat von Rosneft, dem staatlichen Ölriesen, der von Igor Setschin gesteuert wird, einem engen Vertrauten von Präsident Wladimir Putin.

Pawel Durow hat ein Faible für die Science-Fiction-Trilogie "Matrix". Er kleidet sich gern wie der Cyber-Rebell Neo aus dem Film. Auf das Übernahmeangebot eines großen russischen Internetkonzerns antwortete er einmal, indem er via Twitter ein Foto seines ausgestreckten Mittelfingers verschickte. Weil er nicht raucht und nicht trinkt, gab es auf der Webseite nie Werbung für Zigaretten oder Alkohol. Weil Durow Anhänger libertärer Ideen ist, stellte er sich stur, als der Inlandsgeheimdienst FSB ihn aufforderte, Foren der Anti-Putin-Opposition zu schließen. VK funktioniert nach Durows Gesetzen, noch.

Werbung in homöopathischen Dosen

UCP, der Investmentfond des Geschäftsmanns Ilja Scherbowitsch, hält 48 Prozent des Unternehmens. Im Interview droht UCP dem Gründer Durow kaum verhohlen mit dem Rauswurf. Es gebe "in der Firma selbst und auf dem Markt genügend andere Talente", die VK.com führen könnten.

Durow hält das für ein Manöver der Staatsmacht, um ihn kaltzustellen. Als nach den Parlamentswahlen 2011 Zehntausende Russen gegen Wahlfälschungen demonstrierten, veröffentlichte Durow ein "Bürgerliches Manifest". Darin forderte er Freiheit für das Internet und hohe Strafsteuern für Öl- und Gaskonzerne, die wirtschaftlichen Pfeiler des Kreml. Als die inhaftierte Pussy-Riot-Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa im September in Hungerstreik trat, machte sich Durow für sie stark.



Scherbowitschs UCP betont, nur wirtschaftliche Ziele zu verfolgen. Der Geschäftsmann will mehr Geld durch Werbung verdienen. Sein Kalkül: Würde VK.com seinen Nutzern so viel Werbung präsentieren wie Facebook, könnte das Unternehmen seinen Gewinn um das Siebenfache steigern. Durow ist dagegen, er hat seinen Nutzern Werbebanner bislang nur in homöopathischen Dosen zugemutet.

Zugleich aber treibt Durow eigene Projekte voran. Über seine Firma Digital Fortress investiert er in neue Start-ups. Im Sommer ging Telegram an den Start, mit dem Durow dem Messenger-Dienst WhatsApp Konkurrenz machen will.

Der neue Anteilseigner prüft deshalb eine Klage. Durow spanne womöglich Programmierer des sozialen Netzwerks ein und nutze Ressourcen von VK.com für persönliche Zwecke. Telegram werde im iTunes-Store als "social network" vertrieben. Durow mache seinem eigenen Unternehmen Konkurrenz.

"Kein respektvolles Verhältnis zu den Aktionären"

UCP strebt deshalb ein Abkommen an, das die Abgrenzung von VK.com und der Durow-Firma Digital Fortress klar regelt, bislang ohne Erfolg. Der Gründer pflege "kein respektvolles Verhältnis zu den Aktionären", so ein UCP-Funktionär. Durow wirft dem Fonds im Gegenzug "Drohungen und Druck" vor, viele Programmierer wollten deshalb die Firma verlassen.

Die Folge ist ein Patt. Die meisten Programmierer sind dem Netzwerk-Gründer treu ergeben. Muss er das Unternehmen verlassen, werden sie ihm wohl folgen. Durow kontrolliert zudem das operative Geschäft, aber nur noch 12 Prozent der Anteile. Auf der anderen Seite hat Scherbowitschs UCP mit 48 Prozent auch keine Mehrheit.
Den Konflikt entscheiden könnte nur Alischer Usmanow, mit 18 Milliarden Dollar der reichste Mann des Landes. Seiner Mail.ru-Group gehören die übrigen 40 Prozent von VK.com. Usmanow verdankt sein Vermögen Gas- und Stahlgeschäften - und nicht zuletzt einem guten Draht zum Kreml. Politische Dissidenz gehörte dagegen nie zum Portfolio des Magnaten. Als ein zum Usmanow-Imperium gehörendes Nachrichtenmagazin nach den Parlamentswahlen 2011 einen Stimmzettel abdruckte, auf den ein wütender Wähler mit großen roten Buchstaben "Putin, f... dich!" geschrieben hatte, setzte Usmanow den Chefredakteur umgehend vor die Tür.

Im Machtkampf bei VK.com aber verhält sich der Oligarch bislang still. Er hat die Stimmrechte seiner Anteile an Durow übertragen. Dabei bleibt es. Es gebe ein "erhebliches Risiko, dass VK.com ohne Durow und sein Team an Wert verliert", so ein Sprecher. In Moskauer Wirtschaftskreisen kursiert aber noch eine zweite Erklärung, warum der 60 Jahre alte Usmanow den 29-jährigen Durow gegen alle Widerstände stützt: "Der mag ihn einfach."

Samstag, 5. Oktober 2013

+++"Postillon" - hauptberuflich Schwachsinn, oder ein Blogger, der es geschafft hat+++


Stefan Sichermann betreibt eine News-Website, deren Nachrichten dreist zusammengelogen sind. Die Leser stört's nicht, im Gegenteil: 50.000 Menschen besuchen täglich sein Satire-Portal "Der Postillon", das der ehemalige Lehramtsstudent von seinem Wohnzimmer aus betreibt.

Stefan Sichermann, 32, kniet auf dem Boden. Im Esszimmer seiner Wohnung kramt er dünne Kartons unter einem Regal hervor. "Die sind bestimmt schon ganz staubig", sagt er und öffnet ein paar Boxen. Was er dann in den Händen hält, sind Auszeichnungen: der Deutsche Webvideopreis, der Grimme Online Award. Aufstellen mag er die wuchtigen Plastiken nicht. "Ich habe Angst, dass sie mal umfallen und meine Tochter erschlagen."

Schnell schiebt er die Trophäen wieder unter sein Regal. Er mache sich nicht viel daraus, sagt er, vor allem weil er nicht gern im Mittelpunkt stehe. Normalerweise sitzt der gelernte Werbetexter tagsüber allein in seinem Arbeitszimmer, das gleichzeitig der Wickelraum seiner anderthalbjährigen Tochter ist.
Was er dort schafft, ist der Grund für die Auszeichnungen: Sichermann ist Gründer und Betreiber des Satire-Portals "Der Postillon". Auf seiner Seite ist etwa zu lesen, dass die NSA beruhigt ist, weil es in deutschen Privat-E-Mails immer weniger um den NSA-Skandal geht oder dass 27 Prozent des weltweiten Papiermülls durch "Erst denken, dann drucken"-Warnhinweise verursacht werden.

"Alles, was im 'Postillon' steht, ist Satire und somit dreist zusammengelogen", warnt er auf seiner Webseite vorsorglich. "Das sollte eigentlich offensichtlich sein, obwohl zahlreiche Kommentare darauf hinweisen, dass vieles hier für bare Münze genommen wird."

Seit der Gründung des Onlineportals im Oktober 2008 sind die Zugriffszahlen kontinuierlich gestiegen. Mittlerweile zähle sein Blog am Tag rund 50.000 Besucher, die seine Seite gut 100.000 Mal aufrufen, sagt er. Unter seinen Artikeln reihen sich die Kommentare seiner Leser, ein Eintrag schaffte es auf 4000.
Es war ein Arbeitskollege, der Sichermann auf die Idee brachte, ein Blog zu betreiben: "Er hat mich jeden Tag damit genervt und erzählt, wie toll das sei." Damals arbeitete der ehemalige Lehramtsstudent noch in einer Hamburger Werbeagentur und wohnte mit seiner Freundin in Lübeck. Privates von sich wollte er aber im Internet nicht preisgeben, und so kam ihm die Idee mit der Satire-Plattform - inspiriert durch ein ähnliches Format in Amerika.

"Ich mach nicht alles"

Anfangs betrieb er den "Postillon" in seiner Freizeit. "Doch der Arbeitsaufwand nahm ständig zu." Als seine Freundin schwanger wurde, zog es das Paar zurück in die fränkische Heimat nach Fürth - und ihn in die Selbständigkeit.
Seitdem denke er hauptberuflich über Schwachsinn nach, sagt er lachend. Er habe sein Hobby zum Beruf gemacht. Sichermann ist einer der wenigen Blogger in Deutschland, die von der Werbung auf ihren Internetportalen leben können. Hinzu kommen Radiobeiträge: Seit Anfang des Jahres präsentiert Bayern 3 mehrmals täglich Satire-Nachrichten des "Postillons". Auch ein Videoprojekt ist seit einiger Zeit online, Sichermann möchte das künftig vorantreiben.

Mit dem Kürzel "dpo" vor seinen Meldungen nimmt er in Kauf, dass unbedarfte Leser im ersten Moment an die Veröffentlichung seriöser Nachrichtenagenturen glauben. Wo die Satire ihre Grenzen hat, kann Sichermann schwer beurteilen: "Ich finde, man sollte alles machen dürfen", sagt er, "aber ich mach nicht alles." Er nehme beispielsweise keine Privatpersonen auf die Schippe und gehe sensibel mit dem Thema Tod um. Zu seinen Lieblingsthemen gehören die religiösen: Mit Menschen, die sich "religiös verletzt" fühlen, habe er wenig Mitleid. "Es geht hier schließlich um eine fiktive Sache."

(Quelle: Spiegel online)

+++SIRI hat ein Gesicht!+++


Diese sanfte Stimme, diese Engelsgeduld. Apples virtueller Sprachassistent „Siri“ ist auf tausenden iPhones installiert – und kennt alles über uns. Jetzt ist klar: Die amerikanische Stimme gehört einer Frau aus dem US-Bundesstaat Georgia.

Sie sagt: "Ich bin die Stimme von Siri."

Ob Wetterberichte oder Restaurant-Tipps, „Siri“ weiss eine Menge. Sie reagiert sogar auf auf absurdeste Fragen – und das inzwischen erstaunlich schnell und schlagfertig. Hinter der Technik steckt die Stimme von Susan Bennet, einer Stimmen-Schauspielerin aus Sandy Springs, einem Vorort der Stadt Atlanta. Da sind sich Erkennungs-Experten sicher, denn iPhone-Hersteller „Apple“ selbst äußert sich bisher nicht zu Bennets Aussage.

Warum kommt erst jetzt heraus das Susan Bennet Siri ist?

Gegenüber „CNN“ sagte sie: "Ich musste erst wirklich die Wichtigkeit für mich abwägen, war nicht sicher, ob ich die Bekanntheit wollte." Dann kam ein Video heraus, in dem eine andere Frau als Stimmgeberin von Siri gezeigt wurde, was nicht stimmte. Bennet: "Jeder wollte herausfinden was wirklich hinter der Stimme von Siri steckt, da dachte ich, jetzt ist der Zeitpunkt."

Susan Bennet arbeitet schon seit den 70ern als Stimmen-Schauspielerin, sprach in Werbespots, Flughafenansagen und Navigationssystemen. Apple stellte „Siri“ zum ersten Mal im Oktober 2011 mit dem iPhone 4S vor. Die Aufnahmen dafür sind offenbar schon im Jahr 2005 im Auftrag eines Software-Unternehmens aufgenommen worden.

Einen Monat lang, für vier Stunden täglich, musste sich Bennet in ihr Aufnahme Studio zurückziehen und zusammenhanglose Sätze in ein Mikrophon sprechen. Bennet: "Es gibt Menschen, die können stundenlang lesen. Mir wird extrem langweilig und ich muss auch Pause einlegen. Vielleicht klingt Siri deswegen manchmal ein wenig hochnäsig."

Freitag, 4. Oktober 2013

+++Twitter, oder der Internet-Gigant geht an die Börse+++


Es ist der bedeutendste Börsengang eines Internetunternehmens seit Facebook: Der Kurznachrichtendienst Twitter will an die Börse. Dafür gab die Firma nun Einblicke in ihre Geschäftszahlen.

Der Online-Kurznachrichtendienst Twitter hofft bei seinem mit Spannung erwarteten Börsengang auf einen Erlös von einer Milliarde Dollar (umgerechnet etwa 740 Millionen Euro). Aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC ging am Donnerstag außerdem hervor, dass das soziale Netzwerk mehr als 215 Millionen aktive Nutzer zählt. Die Aktien des Unternehmens sollen unter dem Symbol TWTR notieren. Twitter hatte den Antrag für die Neuemission vor drei Wochen bei der SEC eingereicht. Ein Termin für das Börsendebüt war noch nicht bekannt.

Das in San Francisco ansässige Unternehmen nutzt eine neue Möglichkeit für einen „vertraulichen“ Börsengang. Bei dem Verfahren müssen Firmen mit einem Jahresumsatz von unter einer Milliarde Dollar zunächst weniger Informationen öffentlich machen. Nun gab Twitter in dem Börsenprospekt einen Einblick in seine Geschäftszahlen. Das Unternehmen machte laut der Mitteilung an die SEC im Jahr 2012 einen Verlust von fast 80 Millionen Dollar. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr demnach bei knapp 317 Millionen Dollar. Im ersten Halbjahr diesen Jahres waren es bereits 254 Millionen Dollar.

Stark in den USA

Das 2006 gegründete Unternehmen ist eines der am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerke im Internet. Zum Stichtag 30. Juni hatte Twitter den Angaben zufolge 218 Millionen aktive Nutzer. Im Vorjahr habe die Zahl bei 151 Millionen Nutzern gelegen. Besonders präsent ist Twitter demnach in den USA, wo 49 Millionen Menschen aktiv sind.

Die Twitter-Nutzer können sich untereinander vernetzen und Kurznachrichten verschicken. Diese sogenannten Tweets dürfen maximal 140 Zeichen lang sein. Oft werden dabei auch Verlinkungen zu Webseiten, Fotos oder anderen Dokumenten versendet.

Bei Politikern beliebt

Die Plattform, die anfangs als Netzwerk zum Austausch von Belanglosigkeiten belächelt wurde, hat in den vergangenen Jahren stark an politischer und gesellschaftlicher Relevanz gewonnen. Die Demonstranten in der arabischen Welt nutzten Twitter, um die staatliche Zensur zu umgehen und ihre Aktivitäten zu koordinieren. Vor allem in den USA treten Politiker über das Netzwerk direkt mit Wählern in Kontakt, Behörden verschicken über Twitter Mitteilungen.

Auch in der Unterhaltungsbranche erfreut sich Twitter großer Beliebtheit. Viele Sänger und Schauspieler wenden sich über die Kommunikationsplattform an ihre Fans. Der kanadische Teenie-Star Justin Bieber hat der Webseite twittercounter.com zufolge mehr als 44 Millionen „Follower“, also Nutzer, die seine Kurznachrichten verfolgen. Führender Politiker ist US-Präsident Barack Obama mit immerhin mehr als 36 Millionen „Followern“.

Donnerstag, 5. September 2013

+++Neues Logo für Yahoo, oder Marissa Mayer krempelt den Internet-Giganten komplett um+++


Das Logo hat sie von Anfang an gestört, jetzt verpasst sie Yahoo einen neuen Look.

Marissa Mayer krempelt den Internet-Giganten offenbar komplett um! Erstmals seit 18 Jahren hat Yahoo ein neues Logo bekommen.


Das neue Design wurde am späten Mittwochabend (Ortszeit) in Sunnyvale in Kalifornien vorgestellt.
Es ist eine von vielen Änderungen, die Yahoo-Chefin Marissa Mayer seit ihrem Amtsantritt vor 14 Monaten durchsetzte.


Sie hatte auch schon die Startseite von Yahoo und den beliebten Foto-Dienst Flickr überarbeiten lassen.
Zudem leitete sie einige Übernahmen ein, um die Zugriffszahlen auf die Webseiten des Unternehmens zu erhöhen – unter anderem kaufte sie den Kurznachrichten-Dienst Tumblr, für eine Milliarde Dollar.

Dienstag, 3. September 2013

+++Falsche fünf Sterne, oder manipulierte Onlineshop-Bewertungen+++

Nur Bestnoten, positive Kommentare und für jede Bewertung eine neue E-Mail-Adresse - ein Unternehmen sucht Heimarbeiter, die Bewertungen für Onlineshops faken. Eine Bewerberin bekommt Gewissensbisse und meldet sich bei der Verbraucherzentrale. Ihr Vertrag gibt Einblicke in ein dreistes System.

Es klang nach dem idealen Job: 1800 Euro brutto, Heimarbeit, bei freier Zeiteinteilung. Alles, was man brauchte, war ein Computer und Internetzugang. Die Frau war begeistert und meldete sich umgehend bei der Personalservice-Firma, von der die Anzeige stammte. Der Sitz war in Troisdorf bei Bonn. War - das muss man betonen. Im Juni saß die Firma noch dort, jetzt aber ist sie weder im Internet noch bei der Industrie- und Handelskammer Bonn aufzuspüren. "Sie ist uns nicht bekannt", sagt ein Sprecher der IHK und fügt hinzu: "Das ist schon sehr seltsam." Wie einiges andere auch an diesem Fall.

Vor allem die Dienstleistung, die die Firma anbot - und für die sie Mitarbeiter suchte. "Unsere Auftraggeber sind Betreiber kleiner und mittlerer Onlineshops", heißt es in der Broschüre, die der Dame zusammen mit einem unterschriftsreifen Arbeitsvertrag übersandt wurde. Für diese Auftraggeber solle sie täglich "auf ausgewählten Bewertungsplattformen" eine bestimmte Anzahl von Kundenrezensionen abgeben. Und zwar ausschließlich positive. Die Frau stutzte: Sie sollte also dafür bezahlt werden, dass sie 40 Stunden die Woche vor dem Computer sitzt und in neun Portalen, darunter etwa ciao.de oder billiger.de, Onlineshops bewertet, bei denen sie nie etwas gekauft hatte. Kurz gesagt: Sie sollte dreist lügen. Die Frau bekam Gewissensbisse und wandte sich an die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

"Das ist natürlich ein starkes Stück", sagt Boris Wita, Jurist bei der Verbraucherzentrale in Kiel. "Und mit Sicherheit kein Einzelfall." Der Informatiker Bing Liu von der University of Illinois in Chicago, der sich intensiv mit Kundenrezensionen im Netz befasst hat, schätzt, dass etwa jede dritte Bewertung gefälscht ist. Auch Wita ist überzeugt, dass viele Kommentare zumindest indirekt von den Unternehmen selbst stammen. "Aber beweisen kann man das kaum. Einen Vertrag, in dem das Vorgehen so detailliert aufgeschrieben wurde, hatte ich bis dahin nicht gesehen."

Aus den Unterlagen ging hervor, dass der Frau nach Unterzeichnung des Arbeitsvertrags eine Liste zugesandt worden wäre mit allen Firmen, die sie bewerten sollte. Für jede Bewertung müsse sie eine neue E-Mail-Adresse anlegen, so die Anweisung. Der Wortlaut ihrer Kommentare bleibe ihr überlassen. Sie müssten nur positiv sein. "Bei Gesamteindruck geben Sie 5 von 5 möglichen Sternen an." Zudem: "Achten Sie darauf, Ihre Kommentare kurz zu halten (max. 4-5 Zeilen) und schreiben Sie möglichst umgangssprachlich." Beispiel: "Klasse Abwicklung; mein bestellter Artikel wurde wie gewünscht geliefert."

Darauf angesprochen, sagte ein Sprecher von ciao.de, man sei "nicht besonders glücklich darüber, dass es solche Dienstleister gibt". Er gehe aber davon aus, dass ihr Einfluss auf das Gesamturteil über einen Anbieter gering sei - etwa weil bei ciao.de die Nutzer ihre Rezensionen auch gegenseitig bewerten.

Eine Sprecherin von billiger.de sagte, man tue alles, um "gefakte Bewertungen" aufzuspüren. "Aber ganz verhindern können wir sie nicht." Wita rät Verbrauchern, "immer skeptisch zu bleiben. Wer wissen will, ob ein Anbieter oder ein Produkt wirklich gut ist, sollte mehrere Portale besuchen." Am zuverlässigsten seien wohl "die unabhängigen Tests der Stiftung Warentest".

+++Giganten-Hochzeit, oder Bill Gates kauft Nokia+++


Der Software-Riese Microsoft übernimmt das Kerngeschäft des Handy-Konzerns Nokia. Der Preis liegt bei insgesamt 5,44 Milliarden Euro, wie die Unternehmen am Dienstagmorgen mitteilten.
Damit könnte auch ein Ersatz für den scheidenden Microsoft-Chef Steve Ballmer gefunden sein. Nokia-Lenker Stephen Elop, ein früherer Microsoft-Manager, wurde bereits als Ballmer-Nachfolger gehandelt.

Microsoft zahle 3,79 Milliarden Euro für das Geschäft mit Geräten und Diensten und gebe weitere 1,65 Milliarden Euro für Patentlizenzen aus, hieß es.
Außerdem werde Microsoft auf Nokias Kartendienste zurückgreifen. Der Deal soll Anfang 2014 abgeschlossen werden. Rund 32 000 Mitarbeiter sollen zu Microsoft wechseln.
Der Deal hat den in Frankfurt gelisteten Aktien von Nokia am Dienstag zu einem Kurssprung verholfen.
Die Nokia-Papiere gewannen zur Eröffnung 18,6 Prozent. Microsoft notierten im Frankfurter Frühhandel 0,6 Prozent fester.

Wird Microsoft jetzt Apples größter Konkurrent?

Fakt ist: Wie Nokia leidet auch Microsoft massiv unter der starken Smartphone- und Tablet-Konkurrenz des US-Herstellers Apple sowie des südkoreanischen Konzerns Samsung.
Mit dem Mega-Deal stärkt Microsoft jetzt sein Handy-Geschäft erheblich und dürfte versuchen, zum härtesten Konkurrenten der beiden Riesen, von Apple und von Samsung aufzusteigen.
Der Nokia-Umsatz wird sich dagegen mit dem Deal in etwa halbieren. Der finnische Konzern will sich künftig vor allem auf das Netzwerk-Geschäft und die Entwicklung seiner Kartendienste unter der Marke Here fokussieren. Der Konzern hatte jüngst den ursprünglich gemeinsam mit Siemens betriebenen Netzausrüster NSN komplett übernommen.
Über eine Nokia-Übernahme durch Microsoft war bereits seit einiger Zeit spekuliert worden. Die Unternehmen waren Anfang 2011 eine enge Partnerschaft eingegangen. Nokia ist der wichtigste Hersteller von Smartphones mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone.
Damit schließen sich zwei Giganten zusammen, denen massive Veränderungen in ihrem angestammten Geschäft zu schaffen machen. Der finnische Konzern war lange Zeit die dominierende Kraft im Handy-Markt, verlor aber mit dem Vormarsch der Smartphones wie des iPhone von Apple und Geräten mit dem Google-System Android massiv an Boden.
Dank der starken Position bei günstigen Handys ist Nokia zwar immer noch der zweitgrößte Hersteller von Mobiltelefonen nach Samsung.
Der Marktanteil von Nokias Lumia-Modellen bei den lukrativen Smartphones liegt aber im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Auch Microsoft hat derzeit mit einem Wandel in seinem Kerngeschäft zu kämpfen.
Das Betriebssystem Windows und die Bürosoftware Office sind immer noch die wichtigsten Geldbringer des Konzerns - inzwischen werden aber immer weniger PCs verkauft, weil die Nutzer lieber zu Smartphones und Tablets greifen.
Microsoft versucht, mit Hilfe von Windows Phone und Nokia auf diesen Zug aufzuspringen, die Marktanteile steigen aber nur langsam.
Ballmer und Elop schrieben in einem gemeinsamen Brief, mit dem Zusammengehen der beiden Unternehmen werde man das volle Potenzial des Windows-Ökosystems entfalten können. Es werde neue Telefone und Dienste geben, „die das Beste von Microsoft und das Beste von Nokia vereinen”.
Ballmer hatte nach über 13 Jahren an der Microsoft-Spitze seinen Rückzug binnen zwölf Monaten angekündigt. Das Unternehmen hatte zunächst keinen Nachfolger benannt. Elop gilt unter Branchenbeobachtern als einer der möglichen Kandidaten.

Donnerstag, 15. August 2013

+++A U F G E P A S S T: So wird Facebook zum Kündigungsgrund+++


Marathon-Twittern im Büro, im Blog über das eigene Unternehmen lästern oder auf Facebook den Chef rund machen – schwupps ist die Kündigung da. FOCUS Online erklärt, was Angestellte im Umgang mit Social Media-Netzen dürfen – und was nicht.

Daumen hoch, gefällt mir – klick, schon erscheint der „Like-Button“ auf dem Sozialen Netzwerk Facebook. „Ich find’s gut, was Du geschrieben hast. Ich teile Deine Meinung.“ Alles gut und schön. Aber wenn der „gelikete“ Eintrag des Facebook-Freundes dem eigenen Arbeitgeber sauer aufstößt, kann der kleine Daumen böse Folgen haben. Im Fall einer Sparkassenangestellten aus Wittenberg etwa folgte dem „Like“ umgehend der „Unlike“ – in Form einer fristlosen Kündigung.

Die Sparkassenmitarbeiterin hatte einen Kommentar ihres Mannes für gut befunden: „Eines Tages stehen alle Schweine vor dem Metzger“, hatte dieser gepostet und dazu das Bild eines Fisches veröffentlicht, der aus einem abgewandelten Sparkassen-Logo bestand. Darunter stand: „Der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken.“ Als die Sparkasse davon erfuhr, kassierte ihre Personalabteilung prompt einen bereits mit der Dame ausgehandelten Aufhebungsvertrag – inklusive Abfindung – und kündigte fristlos.

Inzwischen haben sich die Parteien vor dem Landesarbeitsgericht (LAG) Sachsen-Anhalt verglichen. Die Mitarbeiterin hat sich entschuldigt und bekommt dafür ihr Trennungsgeld plus Gehaltsnachzahlung und ein wohlwollendes Zeugnis. Einen guten Rat von der Richterbank gab es obendrauf: Die Parteien hätten vielleicht lieber die Klappe gehalten, denn die durch das Verfahren erzielte Öffentlichkeitswirkung sei für beide Seiten wenig wünschenswert.

Ein anderer Fall: Neun Berufsfeuerwehrmänner aus Düsseldorf wurden vorübergehend suspendiert, nachdem sie dem Facebook-Post eines Hauptbrandmeisters zugestimmt hatten. Dessen verbale Attacke richtete sich gegen Oberbürgermeister Dirk Elbers. Der Schreiber war sauer darüber, dass die Stadt schon seit längerem über die Überstundenvergütung der Feuerwehrleute diskutierte, während sie Geld für teure Prestigeobjekte ausgab. „Erst wenn der eigene Bürostuhl brennt, wird Herr Elbers erkennen, dass man mit Infopavillions keine Brände löscht.“ Der Ärger im Rathaus war groß. Erst nach einer öffentlichen Entschuldigung der Floriansjünger hob der OB die Suspendierung wieder auf.

Wenn Privates den Beruf tangiert

Der jüngste bekannte gewordene Fall, in dem ein Mitarbeiter wegen Facebook die Kündigung kassierte, ist ein Lagerarbeiter aus Nordrhein-Westfalen. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, war er wegen eines Bandscheibenvorfalls krankgeschrieben, postete aber in seiner Abwesenheit ein Foto von seiner Heirat – mit der Braut auf dem Arm.

Harte Reaktionen auf drastische Meinungsäußerungen in Sozialen Netzwerken oder einen ausufernden privaten Umgang mit Twitter, Facebook und Co. im Dienst sind längst kein Einzelfall mehr. „Immer häufiger müssen sich Kanzleien und Arbeitsgerichte damit beschäftigen“, weiß Antje Burmester, Fachanwältin für Arbeitsrecht aus der Kölner Kanzlei Ulrich Weber & Partner. Kein Wunder: Nach Statistiken des High-Tech-Branchenverbands Bitkom sind inzwischen zwei Drittel aller Internetnutzer in einem sozialen Netzwerk aktiv – und das nicht nur in ihrer Freizeit. Einen Großteil ihrer Web-2.0-Korrespondenz erledigen sie mal eben über PC, Tablet und Smartphone im Büro oder auf der Dienstreise.

 Faszination "Gefällt mir": Dieses Bedürfnis befriedigt Facebooks Like-Button

„Die Nutzung von sozialen Medien führt zunehmend zu einer Vermischung der privaten mit der beruflichen Sphäre“, sagt die Arbeitsrechtlerin. Das mache die Bewertung der Sachverhalte häufig schwierig. Entsprechend hängen die Reaktionen der Arbeitgeber und später die Urteile der Richter sehr vom jeweiligen Einzelfall ab. Dennoch gibt es einige wichtige Grundregeln, die sich Mitarbeiter gut merken sollten.

Beleidigung ist fast immer ein Kündigungsgrund

Die Meinungsfreiheit ist hierzulande ein hohes Gut. Grundsätzlich soll jeder sagen und schreiben dürfen, was er denkt. Natürlich auch im Web 2.0. Wird der Autor jedoch beleidigend oder behauptet er falsche Tatsachen, ist der Spaß vorbei. Dagegen können sich die Adressaten wehren. Sind Arbeitgeber, Kollegen, Kunden oder Geschäftspartner des Unternehmens Ziel des verbalen Angriffs, ist die Kündigung – meist sogar die fristlose – nicht mehr fern. Allerdings muss die Personalabteilung nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts berücksichtigen, in welchem Kreis solche Beleidigungen geäußert werden. Schimpft und motzt der Übeltäter im vertraulichen Gespräch unter Kollegen, sollte eine Kündigung regelmäßig unwirksam sein.

„Doch genau da liegt bei Facebook und Co. das Problem. Wann kann man von einem vertraulichen Kreis ausgehen?“, hakt Antje Burmester ein. „In vielen Fällen hat der Nutzer es nicht mehr in der Hand, wie viele andere Mitglieder die eigene Meinung lesen können und wie lange sie im Internet auffindbar sind.“ Dass der Abteilungsleiter ein mieser Sklaventreiber und selbst zu dämlich ist, etwas auf die Reihe zu kriegen, erfahren oft nicht nur die Freunde, sondern auch die Freunde der Freunde, wenn diese die Nachricht weiterverbreiten. „Letztlich hängt also vieles von den Privatsphäre-Einstellungen des Social-Media-Kontos ab“, erklärt die Rechtsanwältin. Ist der Account komplett öffentlich oder nur für einen ganz konkret abgegrenzten, engen Freundeskreis zugänglich? Postet der Mitarbeiter Kommentare auf fremden Seiten, deren Leserkreis er gar nicht beeinflussen kann, oder liked er lediglich etwas?

Beispiele aus der Rechtsprechung

Die Rechtsprechung tastet sich derzeit über Einzelfallentscheidungen an das Thema heran. Etwa über den Fall eines Auszubildenden zum Mediengestalter Digital und Print. Er hatte auf seinem privaten Account unter der Rubrik Arbeitgeber die folgende Eintragung hinterlassen: „Arbeitgeber: menschenschinder & ausbeuter – leibeigener?? bochum – dämliche scheisse für mindestlohn -20% erledigen“. Die fristlose Kündigung des Ausbilders bekam den Segen des LAG Hamm (Az. 3 SA 644/12). Der Facebook-Eintrag sei massiv ehrverletzend und aufgrund der allgemeinen Zugänglichkeit der Seite im Netz bestünde jederzeit die Möglichkeit, dass auch Kunden und Geschäftspartner des Arbeitgebers Kenntnis von der Darstellung erhielten. Auch das Argument des Auszubildenden, er habe den Kommentar lustig und übertrieben gemeint, zog nicht. Die Richter jedenfalls konnten nicht erkennen, warum ausgerechnet die Sprüche über den Chef hätten witzig gemeint sein sollen.

In einem anderen Fall wollte sich der Mitarbeiter damit retten, dass seine Äußerungen über einen Bedienfehler in die Facebook-Chronik gelangt seien. Das Arbeitsgericht (ArbG) Hagen ließ sich davon nicht beeindrucken: Der Arbeitnehmer habe Facebook schließlich schon seit Jahren genutzt (3Ca 2597/11).

Mögliche Verteidigung: Spontane Reaktion

Mit einem blauen Auge kam dagegen ein Angestellter davon, der zwei seiner Kollegen in einem Kommentar auf Facebook als „Speckrolle“ und „Klugscheißer“ titulierte, und zwar direkt, nachdem diese ihn beim Chef denunziert hatten; zu Unrecht, wie sich später herausstellte. Das Arbeitsgericht Duisburg hielt die fristlose Kündigung für unwirksam, da der Betroffene im Affekt gehandelt und die Kollegen nicht namentlich genannt habe (Az. 5 Ca 949/12).

Allerdings unterstrichen die Richter, dass die Beleidigung selbst grundsätzlich den Rausschmiss gerechtfertigt hätte. Dabei sei es unerheblich, ob der Eintrag nur für die Freunde und Freundesfreunde auf Facebook oder unter der Einstellung „öffentlich“ für alle Facebook-Nutzern sichtbar war. Eine Menge Arbeitskollegen waren Facebook-Freunde des Klägers und hatten den Eintrag gelesen.

Lästern ist nicht in jedem Fall verboten

Auf den Rettungsanker „Affekt“ sollten sich gekränkte Mitarbeiter aber nicht unbedingt verlassen. Je mehr Zeit zwischen dem Eintrag und dem Ereignis liegt, auf das er sich bezieht, desto unsicherer wird diese Verteidigungsstrategie. „Es lässt sich zumindest gut darüber streiten, ob man noch immer spontan reagiert, wenn man erst nach Hause fährt, sich dann an den Rechner setzt, Facebook aufruft und vielleicht sogar noch entscheidet, ob man postet oder chattet“, gibt Arbeitsrechtlerin Burmester zu bedenken.

Spontaneität kann auch bei den „Like-Button-Fällen“ auschlaggebend sein. In dem Wittenberger Sparkassenfall jedenfalls sinnierten die Richter der ersten Instanz am ArbG Dessau-Roßlau, die Betätigung des Buttons spreche in der Regel für eine spontane Reaktion ohne nähere Überlegung, die in ihrem Bedeutungsgehalt nicht zu hoch eingeschätzt werden dürfe (Az. 1 Ca 148/11). Im Ergebnis mussten die Richter jedoch an dem Punkt keine Abwägung treffen, da die Klägerin aus anderen Gründen Recht bekam. Der Sparkasse fehlten schlicht Beweise dafür, dass die Mitarbeiterin und nicht etwa ihr Mann den Button gedrückt hatte.

Als Kunde darf man über den Chef lästern

Nicht Facebook, sondern ein privater Blog war Tatort eines anderen arbeitsrechtlichen Falles. Hier hatte sich eine Mitarbeiterin eines Telefonanbieters zwar ebenfalls recht rüde über den Arbeitgeber ausgelassen – allerdings nicht über seine Qualitäten als Chef, sondern als Dienstleister: „Boah kotzen die mich an von XY, da sperren sie einfach das Handy, obwohl man schon bezahlt hat … und dann behaupten die es wären keine Zahlungen da. Solche Penner … Naja ab nächsten Monat habe ich einen neuen Anbieter …“ Solch ein Beitrag rechtfertige keine Kündigung, urteilte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof. Denn die Mitarbeiterin kritisierte das Verhalten des Unternehmens im Zusammenhang mit der Abwicklung des privaten Handyvertrages, habe den Konzern aber nicht in Bausch und Bogen diffamiert (Az. 12 C 12.264).

Plaudertaschen schließlich, die sich zwar bei der Nutzung von Kraftausdrücken im Griff haben, dafür aber Dienstgeheimnisse oder Betriebsinterna in die Community hinausblasen, machen sich ebenfalls nicht gerade beliebt beim Chef. „Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, während als auch nach einer Beschäftigung Geschäftsgeheimnisse zu wahren“, betont die Arbeitsrechtlerin. Wer dagegen verstößt, riskiert ebenfalls die fristlose Kündigung.

Wenn der Kollege im Büro seine Ebay-Deals abwickelt

Ob und wie lange die Belegschaft Internet und Co. privat während der Dienstzeit nutzen darf, entscheidet der Chef. Wenn er den privaten Gebrauch per betrieblicher Anweisung untersagt, riskieren Mitarbeiter streng genommen bei jedem Blick auf neue Nachrichten oder Tweeds eine Abmahnung. „Einen gewissen Grad an privater Online-Kommunikation wird aber jeder Chef dulden und auch zu dulden haben“, erklärt Arbeitsrechtlerin Burmester. Mal eben antworten, dass man heute Abend nicht kann, dürfte daher nicht zum Problem werden.

Umgekehrt gilt: Je exzessiver der Kollege seinen Privatkram im Büro regelt, desto näher rückt er sogar an eine fristlose Kündigung heran. Beispiele: Ein Mitarbeiter wickelt seine gesamten – relativ umfangreichen – Ebay-Aktivitäten morgens im Büro ab oder schreibt regelmäßig seine neuesten Kinoblog-Beiträge nach dem Mittagessen. Problematisch wird es auch, wenn jemand zum Beispiel den Firmen-PC mit Viren infiziert, weil er einen Linktipp eines Facebook-Freundes geöffnet hat.

Wichtig: Ob er Mitarbeiter Firmen-PC oder – Handy nutzt oder mit dem privaten Smartphone oder Tablet postet, ist irrelevant. „Es geht um den Missbrauch der Arbeitszeit“, mahnt Burmester.

Verräreterische Facebook-Fotos

Eine heftige Grippe hatte den Kollegen aus dem Einkauf erwischt. Eine Woche war er krankgeschrieben. Trotzdem erhielt er eine Abmahnung. Wie konnte es dazu kommen? Facebook lässt grüßen. Dort hatte der kranke Kollege unvorsichtigerweise Bilder hochgeladen, die den Fortschritt seines Hausbaus zeigten: Der stolze Bauherr stand gesund und munter im Blaumann zwischen den Handwerkern und stieß mit einer Pulle Bier an. Einer seiner Facebook-Feunde schwärzte ihn prompt beim Chef an. Ähnlich erging es einer Sekretärin, die witzige Schnappschüsse aus einem Club verschickte. Darauf war sie auf High-Heels tanzend zu sehen – obwohl sie laut Krankenschein eigentlich eine Knöchelverletzung auskurierte.

Wer so gedankenlos agiert, ist in gewisser Weise selbst schuld an den Folgen. Doch durfte sich der Arbeitgeber überhaupt auf die Bilder berufen? „Private Fotos in privaten Netzwerken sind aus Schutz des Persönlichkeitsrechts in der Regel nicht als Beweis vor Gericht verwertbar“, sagt Antje Burmester. Doch auch hier gilt: Je größer der Kreis der Adressaten, desto eher gibt der Absender selbst seine Privatsphäre auf. Wieder kommt es also auf den Einzelfall an. Wenn sich der Arbeitgeber die Fotos jedoch durch Vorgaukeln einer Facebook-Freundschaft erschlichen hat, sind die Bilder als Beweismittel in jedem Fall tabu.

Einfach mal nachgucken

Doch Vorsicht: Unabhängig von der Frage, ob die privaten Fotos verwertbar sind oder nicht, können sie zum Eigentor werden. „Wenn der Arbeitgeber von den Bildern erfährt, kann er schließlich einfach mal jemanden bei Club oder Baustelle vorbeischicken“, so die Anwältin. „Und der kann dann jederzeit als Zeuge aussagen.“

Der Düsseldorfer Feuerwehrmannstreit hat hitzige Diskussionen ausgelöst – on- und offline. Eine der Konsequenzen, die OB Dirk Elbers daraus zieht: Er hat die städtische Personalverwaltung beauftragt, Leitlinien-Vorschläge für den Umgang mit sozialen Netzwerken zu erarbeiten.

Solche Social-Media-Guidelines stellen jetzt immer mehr Unternehmen auf. Darin definieren sie detailliert, wie und welche Inhalte Mitarbeiter im Namen des Unternehmens in sozialen Netzwerken kommunizieren sollen und dürfen. Nach einer Bitkom-Umfrage hatten im vergangenen Jahr bereits 63 Prozent der großen und 19 Prozent der kleineren Unternehmen ihren eigenen Verhaltenskodex aufgestellt. „Die Tendenz ist stark steigend“ weiß Bitkom-Sprecher Maurice Shahd. Er rät Firmen dringend zu diesem Schritt: „Die Regeln helfen sowohl Firmenleitung als auch den Mitarbeitern, eine klare Grenzen zwischen Dienst und Privatem zu ziehen. Sie schaffen mehr Transparenz für alle.“

Verbindliche Regeln

Solche Guidelines können sowohl das dienstliche als auch das außerdienstliche Verhalten betreffen. Im einzelnen bestimmen sie zum Beispiel, dass private Meinungen zum Unternehmen als solche gekennzeichnet werden müssen, die Kommunikation untereinander von gegenseitigem Respekt geprägt sein soll und in welchem Rahmen die Nutzung während der Dienstzeit erlaubt ist.

„Wenn Unternehmen dienstliche Regeln aufstellen, sind sie für die Mitarbeiter bindend“, erklärt Arbeitsrechtlerin Burmester. Dann darf aber auch ein bestehender Betriebsrat ein Wörtchen mitreden. Auf diese Weise entsteht eine offizielle Betriebsvereinbarung. Wer gegen sie verstößt, riskiert eine Abmahnung. Geht es in den Guidelines indes nur um außerdienstliches Verhalten, sind sie allenfalls als Tipps und Handlungsempfehlungen zu verstehen – und nicht vor Gericht durchsetzbar.

Mittwoch, 14. August 2013

+++Aggressiver US-Milliardär steigt groß bei Apple ein+++


Der Apple-Führung könnten turbulente Zeiten bevorstehen: Der als aggressiver Investor bekannte Carl Icahn hat sich bei dem iPhone-Hersteller eingekauft. Der US-Milliardär stellte prompt Forderungen.

Der für sein aggressives Finanzgebaren bekannte Großinvestor Carl Icahn steigt bei Apple ein. Er halte das Unternehmen für extrem unterbewertet, teilte der US-Amerikaner am Dienstag auf Twitter mit. "Ich hatte heute eine nette Unterhaltung mit Tim Cook." Mit dem Apple-Chef habe er über die Idee diskutiert, einen größeren Aktienrückkauf anzugehen. Weitere Gespräche seien in Kürze geplant.

Apple bestätigte lediglich, dass es einen Austausch gegeben habe. Icahn sagte, er gehe davon aus, dass die Aktie des iPhone-Herstellers auf 700 Dollar steigen könne. Unter Cooks Führung ist der Apple-Aktienkurs im vergangenen Jahr deutlich gefallen. Unter Börsianern schürten die Äußerungen Icahns die Hoffnung, dass Apple einen größeren Teil seines gigantischen Bargeldbestands an die Aktionäre ausschütten könnte.
Deshalb kletterte die Aktie am Dienstag zeitweise um fast fünf Prozent auf knapp 490 Dollar. Damit notierte sie jedoch noch immer ein Drittel unter ihrem Höchstkurs von 705 Dollar vom September 2012. Unter dem Druck anderer Investoren hat Apple in diesem Jahr bereits die Ausschüttungen an die Aktionäre deutlich erhöht.

Apple könne einen Aktienrückkauf im Umfang von 150 Milliarden Dollar stemmen, indem der Konzern Kredite zu einem Zinssatz zu drei Prozent aufnehme, sagte Icahn. Der Milliardär machte keine Angaben dazu, wie viele Apple-Aktien   er selbst hält. In mit der Sache vertrauten Kreisen hieß es jedoch, Icahns Anteil sei rund eine Milliarde Dollar wert. Bei einem Apple-Marktwert von derzeit mehr als 400 Milliarden Dollar wären das weniger als ein Prozent.

Icahn wurde in den achtziger Jahren zum Symbol des aggressiven Investors, als er Unternehmen aufkaufte, zerschlug und teils mit Gewinn wieder verkaufte. Das machte er zum Beispiel bei der Fluggesellschaft TWA vor. Derzeit mischt Icahn bei der geplanten Übernahme des PC-Herstellers Dell   durch Gründer Michael Dell mit. Er versucht, den Deal zu verhindern, und fordert stattdessen eine Sonderdividende für die Aktionäre.

Das US-Magazin "Forbes" schätzt das Vermögen des Investors auf 20 Milliarden Dollar (Stand Ende Juni). Damit landete er auf der berühmten "Forbes"-Liste der Superreichen auf Rang 26. Auf Twitter scherzte ein Nutzer bereits, Icahn müsse sich nun in "iCahn" umbenennen.

Dienstag, 13. August 2013

+++Facebook kauft Spracherkennungsdienst+++


Facebook kauft Spracherkennungs-Firma

Facebook investiert in Spracherkennung. Dafür übernimmt das Soziale Netzwerk die 2001 gegründete Firma Mobile Technologies, wie ein Manager auf seiner Facebook-Seite mitteilte. Unter anderem hat die in Pittsburgh (Pennsylvania) ansässige Firma mit „Jibbigo” eine Software entwickelt, die gesprochene Worte automatisch in eine andere Sprache übersetzen kann. Mehr als eine Milliarde Menschen rund um die Welt nutzten Facebook jeden Monat, schrieb Facebook-Manager Tom Stocky. „Diese Übernahme ist eine Investition in unsere langfristige Produktplanung.” Spracherkennung sei ein zunehmend wichtiger Weg für die Menschen im Umgang mit mobilen Geräte und dem Netz. Finanzielle Details nannte Stocky nicht.

+++Projekt "Hyperloop", oder Reisende schiessen mit 1200 km/h durch eine Röhre+++



An der US-Westküste sollen Reisende künftig mit bis zu 1200 Stundenkilometern unterwegs sein. Der Unternehmer Elon Musk stellte entsprechende Pläne für ein neuartiges Verkehrsmittel vor: Luftkissen-Kapseln, die durch eine Röhre rasen.

Als Chef des Elektroautoherstellers Tesla   und des Raumfahrtunternehmens SpaceX ist Elon Musk für unkonventionelle Ideen wie eine Mars-Kolonie bekannt. Auch das neueste Projekt des 42-Jährigen ist ungewöhnlich und erinnert an Science-Fiction-Schmöker des vergangenen Jahrhunderts: Mit einem Verkehrsmittel namens Hyperloop will Musk Reisende mit bis zu 1220 Stundenkilometern durch Röhren befördern. In San Francisco legte er nun eine 57-seitige Beschreibung seines Vorhabens vor. Hyperloop sei ein "Transportmittel, das das Reisen revolutionieren könnte", sagte Musk.

Hyperloop soll Kapseln durch eine Röhre mit niedrigem Luftdruck befördern. Luftkissen sollen die Geschosse dabei stabilisieren. Musks Plan sieht eine Trasse von Los Angeles nach San Francisco vor, welche die Fahrzeit zwischen den Metropolen auf 35 Minuten verkürzen könnte. Die Kosten sollen zwischen sechs und 7,5 Milliarden Dollar liegen - je nachdem, ob Hyperloop auch Waren befördert. Der Großteil davon entfiele auf den Bau der Strecke: zwei nebeneinander verlaufende Röhren auf Stelzen. Durch diese sollen sich die Kapseln mit einem eigenen Antrieb bewegen.
Hyperloop wäre den Plänen zufolge schneller als ein Flug und soll sich laut Musk fast genauso anfühlen. Außerdem sei der Hyperloop weniger anfällig für Erdbeben und weniger unfallträchtig, "weil er nicht vom Himmel fallen kann oder wie ein Zug entgleisen". Im Vergleich zur Schiene sei Hyperloop zudem vergleichsweise günstig: Ein bereits von der kalifornischen Regierung geplanter Schnellzug soll rund 70 Milliarden Dollar kosten. Dieser sei langsamer, teurer und unsicherer als das Flugzeug, sagte Musk. "Also warum sollte irgendjemand ihn nutzen?" Derart hohe Investitionen schienen "nicht klug für einen Staat, der kürzlich noch vor der Pleite stand".

Eine Fahrt für 20 Dollar

Der Milliardär rechnete vor, dass Reisende für die Fahrt in einer 28 Passagiere fassenden Kapsel nur 20 Dollar zahlen müssten. Allerdings ist das Projekt noch weit von der Realisierung entfernt. Musk sagte, bei seiner Idee handele es sich um einen "Open-Source-Entwurf", den jeder Interessierte verwirklichen dürfe. Er wolle Hyperloop offen weiterentwickeln, mit einem ersten Modell rechne er in drei bis vier Jahren. "Es ist nicht meine Top-Priorität."



Vergangene Woche hatte der aus Südafrika stammende US-Unternehmer gesagt, er habe derzeit keine Pläne, den Hyperloop zu bauen. Bei der Vorstellung des Projekts äußerte der 42-Jährige nun aber Interesse an einem Prototyp zu Demonstrationszwecken. "Ich versuche nicht, tonnenweise Geld damit zu machen, aber ich würde gerne sehen, dass es fruchtet, und ich denke, es könnte helfen, wenn ich eine Demonstration machen würde." Dabei sollten Technologien seiner Unternehmen Tesla und SpaceX zum Einsatz kommen.

Samstag, 10. August 2013

+++110 Mio. Dollar Bleibe-Prämie zahlt Yahoo an "Tumblr"-Gründer David Karp+++


Da werden selbst Fußball-Stars wie Messi oder Cristiano Ronaldo blass.

Der Internetkonzern Yahoo zahlt Tumblr-Gründer David Karp 110 Millionen Dollar (82 Millionen Euro) dafür, dass er bis mindestens Juni 2017 bei der von ihm gegründeten Blogging-Plattform bleibt.

Pro Jahr bekommt der Blogger-König 27,5 Millionen Dollar.

Das geht aus einer Yahoo-Meldung an die Aufsichtsbehörde hervor.
Yahoo hatte das Start-up-Unternehmen im Mai für 1,1 Milliarden Dollar gekauft.

Karp gründete Tumblr 2007, im vergangenen Monat wurde er 27 Jahre alt. Es wird vermutet, dass er 20 bis 25 Prozent der Tumblr-Aktien besitzt. Mit dem Deal kommen noch einige der Wertpapiere dazu.

Die Aufsplittung der Bleibe-Prämie gestaltet sich wie folgt:

• 29 Millionen Dollar bekommt Karp in Form von Aktien-Optionen
• 41 Millionen Dollar in Form von Yahoo-Aktien
• 40 Millionen Dollar Cash auf die Hand.

Für Karp ist das Geld sicher nicht der einzige Grund zu bleiben. Nach dem Verkauf an Yahoo hatte er bereits verkündet, dass er gar nicht daran denke, das Unternehmen zu verlassen, sondern vielmehr plane, noch als alter Mann bei Tumblr zu arbeiten.

Nach einem Bericht von „BusinessInsider“ hatte Tumblr noch 16,6 Millionen Dollar auf der Bank liegen. Das war übrig geblieben von den 200 Millionen Dollar, die das Unternehmen in den letzten Jahren bei Investoren eingesammelt hatte.

Bei Yahoo sitzt das Geld locker

Der Internet-Riese Yahoo hat unter der Vorstandsvorsitzenden Marissa Mayer im ersten Halbjahr 2013 zehn Internet-Firmen aufgekauft, um den von Google und Facebook bedrängten Konzern neu aufzustellen.

Freitag, 9. August 2013

+++MILLIARDÄR CARLOS SLIM will E-Plus Mutter KPN kaufen+++


Einer der reichsten Menschen der Welt will sein Mobilfunk-Reich noch weiter vergrößern: Der mexikanische Milliardär Carlos Slim bietet für den niederländischen Mobilfunker KPN. Die Aktie macht einen Sprung.

Der Mobilfunkanbieter America Movil des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim will den niederländischen Telekomkonzern KPN vollständig übernehmen. America Movil biete 2,40 Euro je KPN-Aktie, teilte America Movil am Freitag mit. Der Preis komme einem Aufschlag von 35,4 Prozent über dem Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage gleich. Knapp 16 Prozent legte die Aktie  auf 2,34 Euro nach Bekanntwerden der Offerte zu. KPN erklärte, das Angebot liege vor und werde nun geprüft,

Erst Ende Juli hatten die Mexikaner eine Vereinbarung gekündigt, ihren Anteil unter 30 Prozent zu halten, nachdem die O2-Mutter Telefonica ein Gebot über 8,1 Milliarden Euro für die deutsche KPN-Tochter E-Plus abgegeben hatte. Slim war 2012 bei KPN eingestiegen und hält derzeit 29,8 Prozent der Anteile. America Movil hat Bauchschmerzen mit dem Verkauf von E-Plus an O2, weil es die deutsche Tochter offenbar für unterbewertet hält. Durch die Fusion würden die beiden kleineren Anbieter hinter der Deutschen Telekom und Vodafone zum Marktführer aufstiegen. Die Kartellbehörden müssen der Fusion aber noch zustimmen.

Neben KPN hält Slim auch an Telekom Austria. Experten erwarteten schon seit längerem, dass sich Slim nicht mit Minderheitsanteilen begnügen will. An seinen ausländischen Ablegern von den USA bis Argentinien hält America Movil nie weniger als 88 Prozent. Der Zeitpunkt für Übernahmen im Telekommunikationssektor ist günstig: Die Aktienkurse sind niedrig und viele Konzerne trennen sich von Geschäften, weil die Konkurrenz zu groß ist und Wachstumsaussichten fehlen.

Donnerstag, 8. August 2013

+++WIE FACEBOOK FILTERT, WAS ICH SEHE+++


Facebook wirbelt den Neuigkeiten-Feed seiner Nutzer durcheinander.

Das soziale Netzwerk hat angekündigt, die Statusmeldungen weniger chronologisch, sondern mehr nach Wichtigkeit anzuordnen.

Konkret bedeutet das: Postings mit vielen „Gefällt mir“-Angaben können weit oben im Newsfeed angezeigt werden, auch wenn sie schon älter sind. Bislang verschwanden diese Meldungen häufig komplett, wenn der User in den Neuigkeiten nicht weit genug nach unten gescrollt hat.
Ziel: Jeder neue Facebook-Login soll für die Mitglieder auch neue und relevante Meldungen bringen und sie nicht mit bereits bekannten Postings nerven.

„Wir wollen den richtigen Inhalt zur richtigen Zeit an die richtigen Leute ausspielen“, erklärt Facebook in einem Blogbeitrag.
Bislang hat Facebook nicht konkret verraten, nach welchen Kriterien die Beiträge für die einzelnen Nutzer ausgesucht werden. In Zukunft soll ein Blog über Änderungen der Sortierung informieren.
Der neue Algorithmus wird bereits für die klassische Browser-Darstellung aktiviert. Auf mobilen Geräten sollen die Änderungen in Kürze greifen. Die Nutzer können ihren Newsfeed auch weiterhin nach „Neuesten Meldungen“ (streng chronologisch) und „Hauptmeldungen“ (Facebook-Sortierung) sortieren.

► Eine weitere Neuigkeit ist laut dem US-Portal „Techcrunch“ der so genannte „Last Actor“-Algorithmus: Hier schaut Facebook, mit welchen Nutzern, öffentlichen Personen oder Fanseiten man zuletzt interagiert oder Profile angesehen hat. Meldungen dieser Personen und Seiten werden ebenfalls bevorzugt angezeigt.

► Teilen Freunde mehrere Updates hintereinander – z. B. von einem Fußballspiel – sollen diese Meldungen auch in Zukunft chronologisch angezeigt werden („Chronological by Actor“). Die Funktion ist besonders für die beliebten Updates in Echtzeit ausgelegt. Dort ist Twitter Facebook derzeit deutlich überlegen. Die Funktion wird allerdings noch getestet.

Warum filtert Facebook Inhalte, die mir angezeigt werden?

Laut Facebook gibt es etwa 1500 Fotos und Beiträge, die beim Einloggen auf ein durchschnittliches Profil einströmen. Hier muss Facebook die Postings herausfischen, die für den Nutzer interessant sein könnten.
Für Facebook ist der Algorithmus der Neuigkeiten-Seite extrem wichtig: Bekommen die Nutzer langweilige Postings angezeigt, können sie schnell die Lust am Netzwerk verlieren.

So erklärt Facebook seine Veränderungen in der Anzeige von Statusmeldungen: In Zukunft können auch ältere Meldungen im Newsfeed nach oben wandern

Blicken die Nutzer überhaupt noch durch?

Im März hatte Facebook seinen komplett überarbeiteten Newsfeed mit größeren Fotos und Anzeigen in Kategorien (u. a. Fotos, abonnierte Seiten, Freunde) vorgestellt. Doch noch immer haben längst nicht alle Mietglieder das neue Design.
Schon im Januar hatte Facebook seine neue Suchfunktion Graph Search vorgestellt. Nach mehreren Monaten Testphase wurde die Suche im Juli für Profile mit der Sprache „English US“ freigeschaltet. Wann die Suche auch in deutscher Sprache genutzt werden kann, ist noch nicht absehbar.
Ärgerlich: Wann welches Update für wen aktiviert wird, scheint vielen Mitgliedern längst nicht mehr klar. Oft dauert es Monate, bis die Änderungen zu sehen sind.

Wie kann ich bestimmen, welche Statusmeldungen ich sehe?

Wer seine Inhalte bei Facebook nach eigenen Regeln filtern möchte, kann sich Listen anlegen. Die können aus Freunden, öffentlichen Personen oder abonnierten Seiten bestehen, denen man folgt.

► Wer noch die alte Newsfeed-Ansicht hat, klickt in der linken Spalte seines Profils auf „Freunde“ → „mehr“ → „Liste erstellen“. Freunde oder abonnierte Seiten können anschließend einfach zu einer Liste hinzugefügt werden. Klickt man diese Liste an, so werden im Newsfeed nur die Beiträge der Personen auf der Liste angezeigt.

► Bei der neuen Newsfeed-Ansicht sind Listen für Freunde, Fotos und abonnierte Seiten bereits angelegt. Unter der Menüpunkt „mehr“ in der rechten Spalte kann man sich individuelle Listen anlegen.

Praktisch: Mit Hilfe solcher Listen kann man auch festlegen, welche Freunde welche neuen Fotos und Status-Updates sehen können. Einfach die Liste auswählen, wenn Sie etwas Neues posten.

Sonntag, 4. August 2013

+++TWITTER KÜNDIGT EINEN "BELEIDIGUNGS-BUTTON" AN+++


Nach dem Twitter-Terror gegen die britische Labour-Abgeordnete Stella Creasy (36) und weitere Frauen des öffentlichen Lebens hat der Kurznachrichtendienst reagiert und neue Regeln angekündigt.

Künftig soll es den Twitter-Mitgliedern einfacher gemacht werden, gegen Verunglimpfungen vorzugehen. Wichtigste Neuerung: Über einen speziellen Button sollen User in Zukunft Beschimpfungen und Drohungen sofort anzeigen können. Das erklärte Twitter auf seiner Internetseite. Außerdem will das Unternehmen in seinen Nutzerregeln klarstellen werden, dass „wir beleidigendes Verhalten nicht tolerieren“.
Mit den angekündigten Neuerungen reagiert das Netzwerk auf massive Nutzerbeschwerden in den vergangenen Tagen. Gegen mehrere Frauen in Großbritannien hatte es frauenfeindliche Äußerungen und Vergewaltigungsdrohungen gegeben.

Der Twitter-Terror in Großbritannien

Zuerst war die Journalistin Caroline Criado-Perez mit Drohnachrichten förmlich überschüttet worden. Hunderte Beleidigungen habe sie per Twitter erhalten, sagte sie der BBC. Man drohte ihr sogar mit Vergewaltigung. Als die britische Labour-Abgeordnete Stella Creasy der Journalistin helfen wollte, geriet sie selbst ins Kreuzfeuer.
Wüst wurde die Politikerin beschimpft und bedroht, nachdem sie die erfolgreiche Kampagne der Journalistin, mehr Frauengesichter auf britischen Geldnoten zu zeigen, unterstützt hatte.
Man würde sie zu Boden reißen und vergewaltigen, schrieb einer ihrer Twitter-Feinde laut britischem „Telegraph“. In einer Nachricht hieß es: „Sollen wir uns ganz nah bei deiner Wohnung treffen?“
Doch die Politikerin war schlau: Sie verbreitete einen Großteil der Droh-Nachrichten weiter und machte sie so für ihre mehr als 31 000 Follower sichtbar. Die Konsequenz: Die Polizei und Twitter schalteten sich ein.
In einer Nachricht auf Twitter erklärte Geschäftsführer Tony Wang, er wolle sich „persönlich bei den Frauen entschuldigen, die auf Twitter Beleidigungen erfahren haben“.

Donnerstag, 1. August 2013

+++SEPA, BIC & IBAN, oder was Sie über das neue Zahlungssystem der Banken wissen müssen+++


Die handliche Kontonummer verschwindet, das Zahlenungetüm IBAN kommt. Was jeder über das neue Sepa-System wissen muss - und wie man sich die 22-stellige Kontonummer merken kann.

Der Countdown läuft: In weniger als einem halben Jahr ist die gute, alte - und vor allem kurze - Kontonummer tot. Ersetzt wird sie durch eine internationale Kontonummer mit 22 Stellen. So sieht es das neue europaweite Zahlungssystem namens Sepa vor. Ab dem 1. Februar 2014 ist die neue Zahlenkombination für Überweisungen innerhalb Europas Pflicht - und zwar für jeden Kontoinhaber. Die Umstellung hat bereits begonnen. Falls Sie sich wundern, warum auf ihren Gehaltszetteln und Kontoauszügen plötzlich Bezeichnungen wie IBAN und BIC auftauchen und was das für Sie bedeutet, lesen Sie hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was bedeutet Sepa?

Das Kürzel steht für Single Euro Payments Area, also einen einheitlichen Zahlungsraum für Transaktionen in Euro. Dort werden Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen standardisiert und gleich abgewickelt - egal ob sie ins Inland oder über Grenzen gehen. Die nationalen Zahlungsverfahren werden nach und nach abgeschafft.

Wie funktioniert die Einführung von Sepa?

Seit Anfang 2008 bieten Banken ihren Kunden Sepa-Überweisungen an, seit 2009 auch Sepa-Lastschriften. In der Praxis nutzen die meisten Bankkunden diese aber nur bei Transfers ins Ausland, insbesondere die Deutschen hängen an ihrem System. Die EU hat daher einen Termin gesetzt: Ab 1. Februar 2014 wird die internationale Kontonummer IBAN Pflicht - auch für Überweisungen und Lastschriften im Inland. Zu Sepa gehören seit dem 1. Juli 33 Länder, das sind die 28 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen und die Schweiz.

Kann ich meine alte Kontonummer nach dem 1. Februar 2014 noch nutzen?

Für eine Übergangsfrist von zwei Jahren können Verbraucher die alte Kontonummer national noch nutzen. Ihre Bank rechnet diese in die IBAN um.

Welche Vorteile bieten die neuen Sepa-Regeln?

Wer ins Ausland Geld überweisen muss, kann das schneller und billiger tun. Eine Überweisung soll beim Sepa-Verfahren nur noch einen Bankgeschäftstag dauern - heute kann es bei Auslandstransfers bis zu einer Woche sein. Die EU rechnet mit Einsparungen von 123 Milliarden Euro binnen sechs Jahren. Wer etwa in Deutschland wohnt, aber im Ausland arbeitet, kann sich sein Gehalt auf sein Konto in der Heimat überweisen lassen. Bisher waren mehrere Konten nötig. Auch die Miete für die Ferienwohnung auf Mallorca lässt sich bequem über ein deutsches Konto zahlen. Unternehmer können fällige Rechnungsbeträge von Kunden in Hamburg genau so wie in Mailand einziehen.

In welcher Währung sind Sepa-Zahlungen möglich?

Nur in Euro. Überweist ein Bankkunde in anderen Währungen, muss er eine Auslandsüberweisung vornehmen.

Was ändert sich konkret für den Bankkunden?

Bei Überweisungen muss er künftig mehr Kästchen als sonst ausfüllen. Statt der inländischen Kontonummer mit meist 10 Stellen muss der Verbraucher die internationale Kontonummer IBAN eintragen. Die Länge der IBAN ist von Land zu Land unterschiedlich und darf maximal 34 Zeichen umfassen. Derzeit variiert in der Praxis die Anzahl von 15 in Norwegen bis 31 in Malta. In Deutschland hat die IBAN immer 22 Stellen.

Wo findet der Kunde die IBAN?

Schon seit 2003 steht die IBAN auf jedem Kontoauszug, manchmal auch auf Bankkarten. Beim Online-Banking kann der Kunde sich die gespeicherten Daten aus einer Liste auswählen, um Fehler zu vermeiden (etwa unter "Meine Daten" oder "Kontodetails").

Wie kann ich mir die IBAN merken?

Die IBAN besteht aus Buchstaben und Zahlen. Sie beginnt mit dem Ländercode (für Deutschland: DE) und einer zweistelligen Prüfziffer. Danach folgt eine nationale Komponente, in Deutschland sind das die Bankleitzahl und die Kontonummer. Wirklich neu an dieser Kombination ist also nur die Prüfziffer.


Was passiert bei einem Vertipper?

Verschreibt sich der Bankkunde - etwa beim Online-Banking - bei der Nummer, wird die Überweisung automatisch gestoppt. Es erscheint eine Fehlermeldung. Die IBAN schützt den Verbraucher somit nach Bankenangaben vor Falschüberweisungen durch Zahlendreher.

Was ist der BIC?

Der internationale Code zur Identifizierung der Bank (BIC) ersetzt bei Sepa die Bankleitzahl. Statt Zahlen gibt es eine Buchstabenfolge, die die Zielbank eindeutig identifiziert. Der Code, manchmal auch SWIFT-Code genannt, besteht aus acht beziehungsweise elf Zeichen. Allerdings ist die alte Bankleitzahl ja schon in der IBAN enthalten. Deshalb soll der BIC ab Februar 2014 bei Transfers im eigenen Land wegfallen, ab Februar 2016 auch bei Zahlungen ins Ausland.



Sonntag, 28. Juli 2013

+++WAHNSINN, oder was passiert in einer Minute weltweit im Internet+++


Nirgendwo herrscht mehr Bewegung als im Internet: 

Die Zahlen beeindrucken: Nach der Statistik der Agentur mycleverangency werden allein 72 Stunden Videomaterial in Youtube hochgeladen und 204 Millionen Mails versandt. Doch auch die Aufnahme-Bereitschaft der über eine Milliarde Internet-Nutzer ist enorm: Immerhin werden pro Minute allein beim Foto-Netzwerk Flickr mehr als 20 Millionen Bilder angeschaut!

Wem das ganze Gewimmel auf den mehr als einer Billion (eine Eins mit zwölf Nullen) Webseiten noch nicht genug ist: In einer Minute entstehen durchschnittlich 571 Neue!


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