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Mittwoch, 6. November 2013

Montag, 30. September 2013

+++Oliver Kahn bloggt - No.13+++


Liebe Fußball-Fans,

der FC Schalke hat am Sonntag Jermaine Jones suspendiert und damit für viele Diskussionen gesorgt. Im Fanorakel glaubt eine deutliche Mehrheit der Fans, dass der Klub Jones zum Sündenbock macht.
Jones selbst hat auf die Suspendierung zunächst beleidigt reagiert und angekündigt, die „Denkpause“ zu nutzen, um sich einer Meniskus-OP zu unterziehen. Es sagt einiges über den Spieler und die Gesamtsituation von Schalke 04 aus, wenn ein Spieler so auf eine Disziplinarmaßnahme reagiert. Jones erweckt den Eindruck, als ob ihm die Mannschaft egal wäre. Ein echter Führungsspieler reagiert anders. Inzwischen hat Jones die Ankündigung wieder zurückgenommen. „Operation? Nein, Schalke ist wichtiger“, postete der 31-Jährige über Twitter.
Auslöser der Jones-Suspendierung war das Spiel der Schalker in Hoffenheim. Dort hatte die Mannschaft von Trainer Jens Keller 3:1 geführt, dann aber den sicher geglaubten Sieg aus der Hand gegeben. Die „Süddeutsche Zeitung“ nannte die Schalker Leistung in der zweiten Halbzeit „peinlich“, die „BILD“ schrieb von einem „desaströsen“ Auftritt. Jermaine Jones hat in Sinsheim vor allem in der zweiten Halbzeit ein schlechtes Spiel gemacht, eine Bilanz von nur 41 Prozent gewonnener Zweikämpfe ist für seine Ansprüche unterdurchschnittlich. Der 31-Jährige war aber nicht der einzige Schalker, der neben sich stand. Auch anderen Spielern wie Höger und Aogo unterliefen individuelle Fehler, wie sie bei einem Champions League-Teilnehmer nicht vorkommen dürfen.

Mit der Suspendierung von Jones will Schalke Autorität und Stärke demonstrieren. Sie ist aber auch ein Zeichen einer gewissen Ratlosigkeit im Umgang mit den Spielern. Schalke erinnert weiterhin in vielen Phasen eher an eine Ansammlung von Einzelspielern als an eine intakte Mannschaft mit starkem Spirit und klarer Struktur. Gelingt es auf Schalke nicht, ein Team zu formen, das nach innen und außen als homogene Einheit auftritt, wird die Mannschaft auch weiterhin großen Leistungsschwankungen unterliegen.

Oliver Kahn.

Donnerstag, 19. September 2013

+++Schweinsteiger und sein Turbo-Wellen-Hahnenkamm+++


An den Seiten grau. Und oben ein Hahnenkamm. Basti, was hast du denn für eine Schweini-Frisur?
In der Tierwelt gilt: Je größer, röter und dicker der Kamm, desto stärker und gesünder ist der Hahn. Schweini saß gegen Hannover 90 Minuten auf der Bank, gegen Moskau spielte er eine Viertelstunde.
Noch scheint er trotz beeindruckendem Kamm nicht der stärkste Hahn.

Freitag, 30. August 2013

+++Ribèry Roi d´Europe, oder Frankreich feiert "König Franck"+++


Franck Ribéry hat es geschafft: Der Star von Bayern München hat nach dem Triple nun auch den persönlichen Titel Europas Fußballer des Jahres gewonnen. In seiner Heimat Frankreich wird der 30-Jährige als „König von Europa“ gefeiert.

Franck Ribéry setzte erst sein schelmisches Grinsen auf und atmete dann ganz tief durch. Mit der Auszeichnung zu Europas Fußballer des Jahres 2013 hat sich der Dribbelkünstler vom FC Bayern München einen großen persönlichen Karrieretraum erfüllt. Bei der festlichen Gala im Grimaldi Forum von Monaco wurde der Franzose am Donnerstagabend für seine außergewöhnlichen Leistungen in der Triple-Saison des deutschen Rekordmeisters geehrt. Dem vierfachen Weltfußballer Lionel Messi blieb nur die Rolle des fairen Gratulanten. Der ebenfalls geschlagene Cristiano Ronaldo wollte sich nach 2011 und 2012 offenbar keine weitere Wahlniederlage auf der Showbühne antun und hatte seine Teilnahme kurzfristig abgesagt.

Ribéry – elegant gekleidet im schlichten schwarzen Anzug – konnte das egal sein. Nach Meistertitel, Pokalsieg und Champions-League-Triumph mit seinen Bayern wurde ihm nun die individuelle Ehrung zuteil. „Diese Auszeichnung ist eine große Ehre für mich. Ich freue mich sehr“, sagte der 30-Jährige kurz nach der Verkündung des Wahlergebnisses durch Uefa-Präsident Michel Platini. Ribéry stellte aber auch klar, dass die Auszeichnung ohne sein Team nicht möglich gewesen wäre. „Ich danke den Menschen beim FC Bayern, den Fans und auch meiner Frau und meinen Kindern.“

„Fränckie hat es verdient“, meint Beckenbauer

„Er ist herzlich willkommen im Club der Ausgezeichneten. Wenn es einer verdient hat in diesem Jahr, dann ist es Fränckie. Er war nicht nur der beste Spieler in der besten Mannschaft. Er hat auch alles gewonnen“, sagte Fußball-Legende Franz Beckenbauer im TV-Sender sky. „Ich glaube, dass er mit einer noch breiteren Brust auftreten wird. Diese Auszeichnung tut ihm sehr sehr gut.“

In seiner Heimat Frankreich, in der Ribéry hart um Anerkennung kämpfen musste, wird er nun auch gefeiert. Die Sportzeitung „L´Équipe“ schreibt: „Ribéry Roi d´Europe“ – Ribéry König von Europa.

53 Journalisten aus UEFA-Mitgliedsländern durften ihre Stimme abgeben. In der ersten Wahlrunde im August waren die Bundesliga-Profis Arjen Robben, Robert Lewandowski, Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger auf den Plätzen vier bis sieben gelandet.

Nachfolger von Sammer und Matthäus

Die Auszeichnung für Ribéry ist nun auch die nächste Anerkennung eines erfolgreichen Fußball-Jahres für die Bundesliga. Erstmals seit Matthias Sammer 1996 konnte wieder ein in Deutschland spielender Profi eine internationale Trophäe für einen Einzelspieler in Empfang nehmen. Oliver Kahn hatte zuletzt 2002 den Sprung unter die besten Drei geschafft. In Ribéry wurde zum zehnten Mal ein Bundesliga-Spieler gewählt, 1990 hieß der Sieger zudem Lothar Matthäus, der damals bei Inter Mailand spielte.

In seinem Heimatland Frankreich ist Mittelfeldmann Ribéry der fünfte Europasieger und tritt auch in die Fußstapfen des heutigen UEFA-Bosses Michel Platini (1983-85) und von Zinedine Zidane (1998). Deutschlands Fußballer des Jahres war Ribéry bereits 2008 geworden. In Frankreich holte er den nationalen Titel 2007 und 2008.


Die Uefa-Ehrung ist persönlicher Höhepunkt für Ribéry in einer bewegten Karriere. Erst kürzlich berichtete er, wie schwer es war aus einfachsten Verhältnissen in Boulogne-sur-Mer in die Fußball-Glitzerwelt aufzusteigen. Auch in der Nationalmannschaft war es für ihn nicht immer leicht. Als ein vermeintlicher Anführer der Spieler-Revolte bei der WM 2010 in Südafrika wurde er für drei Spiele gesperrt. Eine Prostituierten-Affäre schadete zusätzlich seinem Image. Doch Ribéry verkraftete alle Rückschläge und spielte 2012/13 die wohl beste Saison seiner Karriere.

Kurz nach der Auslosung zur neuen Champions-League-Saison wurde Ribéry ausgezeichnet und konnte sich in Video-Clips nochmals an die großen Momente bis zum Finale von London gegen Borussia Dortmund (2:1) erinnern. Elf Tore standen für ihn insgesamt in allen Wettbewerben zubuche und damit deutlich weniger als für seine Finalkonkurrenten Messi (60) und Ronaldo (60) beim FC Barcelona und bei Real Madrid. Doch im Gegensatz zu früheren Uefa- oder Fifa-Wahlen wurde diesmal von den Juroren nicht primär das Einzelkönnen als Goalgetter beurteilt, sondern die Gesamtleistung und die Titelzahl mit dem Club. Und da lag Ribéry eindeutig vorne.

Ribéry träumt vom goldenen Ball

Diese Tatsache kann Ribéry Hoffnung machen auf eine noch prestigeträchtigere Auszeichnung, wenn am 13. Januar 2014 in Zürich der Weltfußballer gewählt wird. „Von diesem goldenen Ball träume ich schon seit vielen Jahren“, sagte Ribéry bereits in dieser Woche „bundesliga.de“.

Im Gegensatz zu der Fifa-Wahl ist der Titel als Europas Fußballer des Jahres nämlich noch nicht in gleicher Weise anerkannt. Platini sorgte für die Neuerschaffung, nachdem der 1956 erstmals initiierte Wettbewerb um den Ballon d´Or 2010 von der Fifa übernommen wurde. Daher ist Ribéry offziell auch erst der dritte Gewinner des „Uefa Best Player in Europe Awards“ nach Messi 2011 und Andres Iniesta 2012.

Sonntag, 18. August 2013

+++Miroslav Klose zurück in die Bundesliga?+++


Das wäre ein Hammer!

Miroslav Klose (35), derzeit in Diensten des italienischen Pokalsiegers Lazio Rom, denkt über eine Rückkehr in die Bundesliga nach – und zwar laut.
Der Nationalstürmer (128 Spiele/67 Tore) in der „Gazetta dello Sport“ vielversprechend: „Ich könnte bleiben oder nach Deutschland zurückkehren. Das werden wir nach Saisonende sehen.“
Einen vorzeitigen Wechsel schließt Klose allerdings aus. „Im Moment denke ich nur daran, meinen Vertrag zu erfüllen.“ Auch eine Verlängerung des bis 2014 laufenden Kontrakts sei möglich.
Klose vor der Rückkehr nach Deutschland?

Seit zwei Jahren spielt der gebürtige Pole inzwischen in Italien, erzielte in 69 Pflichtspielen 32 (!) Tore, gewann mit den Römern in der vergangenen Saison den Pokal.
Im Supercup geht es heute (21 Uhr) gegen Juventus Turin.

Ein Spiel, das sich Klose auch getrost von der Tribüne aus angucken könnte – zumindest, wenn man der Statistik glaubt: In seiner Karriere hat der Ex-Bayer in sieben Spielen noch nie gegen den italienischen Rekordmeister getroffen.

Ob sich das ändert? Nach den Aussagen Kloses wird der eine oder andere Bundesligist bestimmt etwas genauer hinschauen...

Freitag, 16. August 2013

+++Wolfsburg holt Luiz Gustavo+++


Königstransfer für den VfL Wolfsburg!

Der Wechsel von Bayern-Star Luiz Gustavo (26) zu den Wölfen ist perfekt! Der brasilianische Nationalspieler unterschreibt beim VfL einen 5-Jahres-Vertrag. Kostenpunkt: Knapp 15 Mio Euro.
Nach langem Hin und Her hat sich Wolfsburg gegen die nahmhafte Konkurrenz durchgesetzt. Denn auch Top-Klubs aus England (Arsenal, Chelsea) wollten Gustavo.

Wolfsburgs Manager Klaus Allofs: „Wir sind froh, dass wir ihn bei uns haben.“
Zuletzt hatte bereits Wolfsburgs Schweizer Star-Torwart Diego Benaglio (29) versucht, Gustavo vom VfL zu überzeugen. Am Rande des Länderspiels gegen Brasilien (1:0) sprach Benaglio mit Luiz Gustavo.

Der Torwart: „Ich wollte ihm den Wechsel zu uns schon ein wenig schmackhaft machen, ihm unseren Klub näher bringen.“
Jetzt ist Gustavo angekommen. Und wird der neue Boss im defensiven Mittelfeld. Der Meister von 2009 will so mehr Stabilität in sein Spiel bringen.

Gustavo war im Januar 2011 für 17 Mio Euro von Hoffenheim zu den Bayern gewechselt, absolvierte insgesamt 100 Pflichtspiele für den Rekordmeister. Unter Neu-Trainer Pep Guardiola (42) sollte er aber keine tragende Rolle mehr spielen. Gerade im Hinblick auf die WM 2014 in Brasilien braucht Gustavo Spielpraxis.

Die holt er sich nun beim VfL Wolfsburg.

Montag, 29. Juli 2013

+++FC BAYERN VERSTÄRKT DIE ABWEHR, oder das 40 Mio. EUR Gebot für David Luiz+++


Gerade erst haben die Bayern vier Tore im Spiel um den Supercup kassiert, und schon könnte ein starker neuer Verteidiger im Anmarsch sein. 

Denn wie der „Telegraph“ in England berichtet, soll Münchens Trainer Pep Guardiola großes Interesse am Brasilianer David Luiz vom FC Chelsea haben. Am Wochenende, schreibt das Blatt, habe es eine erste Kontaktaufnahme zu dem Mann gegeben, den auch Guardiolas Ex-Club FC Barcelona kaufen will – dem Vernehmen nach seien die Bayern bereit, 40 Millionen Euro für den 26-Jährigen zu bezahlen.

Sonntag, 28. Juli 2013

+++BASTIAN SCHWEINSTEIGER IST FUSSBALLER DES JAHRES 2013+++


Der FC Bayern München regiert: Bastian Schweinsteiger ist zum Fußballer des Jahres gewählt worden, seine Teamkollegen Franck Ribéry und Thomas Müller kamen auf die nächsten Plätze. Und auch die Trainerwahl wurde vom Meistermacher des FC Bayern entschieden.

Bastian Schweinsteiger ist Deutschlands Fußballer des Jahres 2013. Bei der 54. Wahl durch Sportjournalisten unter Federführung des Fachmagazins "Kicker" erhielt der Nationalspieler vom Triple-Gewinner Bayern München 92 von insgesamt 527 Stimmen. Schweinsteiger setzte sich damit hausintern gegen seine Mannschaftskollegen Franck Ribéry (87) und Thomas Müller (85) durch.
Trainer des Jahres ist Jupp Heynckes, der bei den Bayern den Platz auf der Bank für Josep Guardiola geräumt hat. Die Wahl zur Fußballerin des Jahres gewann Martina Müller, die mit dem VfL Wolfsburg ebenfalls das Triple gewonnen hatte.

Schweinsteiger zeigte sich von der Ehrung überrascht. "Das wundert mich schon ein wenig. Denn es gab Phasen, in denen relativ kritisch über mich berichtet wurde", sagte der 28-Jährige dem "Kicker". Er hob zudem die Bedeutung des Teams heraus: "Das ist auch ein Titel für die Mannschaft." Offiziell geehrt wird Schweinsteiger am 9. August vor dem Bundesliga-Auftaktspiel der Bayern gegen Borussia Mönchengladbach.

Die Bayern-Dominanz spiegelte sich auch in der Wahl. Neun Spieler der Top 15 kommen vom FC Bayern, fünf weitere von Borussia Dortmund, die das Champions-League-Finale gegen den Rekordmeister verloren hatten. In diese Phalanx brach nur Torschützenkönig Stefan Kießling von Bayer Leverkusen ein, der Sechster wurde. Vorjahressieger Marco Reus landete auf dem elften Platz.

Heynckes (383 Stimmen) sah die Auszeichnung als "wunderbaren Abschluss" seiner jahrzehntelangen Karriere. "Diese jetzige Ehrung rundet all das märchenhaft ab. Es sind Träume, die da Wirklichkeit wurden", sagte er. Zweiter wurde Christian Streich vom SC Freiburg mit deutlichem Abstand (77), es folgte BVB-Coach Jürgen Klopp (19).

Martina Müller ("Das war eine riesige Überraschung") setzte sich gegen Nationalstürmerin Celia Okoyino da Mbabi durch (117:70).

Montag, 22. Juli 2013

+++THOMAS MÜLLER persönlich - No.16+++


Servus zusammen,

den ersten Titel der Saison haben wir schon mal eingefahren.

Auch wenn es nur der Telekom Cup war. Zumindest haben wir gut gespielt und das ein oder andere Tor eingestreut. Die neuen Abläufe funktionieren immer besser. Haben euch die beiden Spiele und die neue Taktik gefallen?

Nachdem ich jetzt 3 Spiele in 3 Tagen hatte, steht heute Regeneration auf dem Programm. Drum bin ich jetzt grad mit den Hunden und meiner Frau beim Baden. Das Wetter ist herrlich! Heute Abend dann noch schön in den Biergarten... Was willst du mehr?

Am Mittwoch steht mit dem Barca-Spiel wieder ein Highlight bevor...

Einen schönen sonnigen Tag wünscht Euch, 
Euer Thomas.


Und jetzt bin ich es schon wieder :-)

Ich hab hier noch eine kurze Info, die mir am Herzen liegt: 
Gemeinsam mit meinen Partnern BiFi und REWE unterstütze ich das "UN World Food Programme". Damit wird Kindern in Bangladesch geholfen. Eine tolle Aktion, die helfen soll, dass tausende Kinder in der Schule etwas zu essen bekommen. 

Ihr könnt auch mithelfen: Für zwei gekaufte BiFi 5er-Packungen spenden BiFi und REWE eine Schulmahlzeit. Die Aktion läuft bei REWE vom 22. bis 27. Juli. 

Mehr Infos findet ihr auf: www.bifi.de/wfp!

Bis bald, 
Euer Thomas.

Montag, 15. Juli 2013

+++THOMAS MÜLLER persönlich - No.12+++

Servus zuammen,

ich bin wieder zu Hause. Nach 11 Tagen Trainingslager mit der Mannschaft ist es schön wieder im gewohnten Umfeld zu sein. Heute und morgen habe ich frei. Deshalb genieße ich das Sommerwetter und erhol mich ein bisserl...

Die Spiele am Wochenende sind ganz ordentlich gelaufen, auch wenn man glaube ich gesehen hat, dass wir nach 9 Tagen Gardasee nicht ganz frisch waren. Eine Unverschämtheit, dass der Torwart von Großaspach meinen Elfmeter gehalten hat. :-)

Ich wünsche euch eine schöne Woche!

Viele Grüße und bis bald,

Euer Thomas

Donnerstag, 11. Juli 2013

+++THIAGO ALCANTARA, oder das Barca-Juwel zu Bayern?+++


Beim FC Bayern bahnt sich der nächste Transfer-Hammer an!

Neu-Coach Pep Guardiola (42) bestätigte auf der Abschluss-Pressekonferenz des Trainingslagers in Trentino spanische Medienberichte, dass der deutsche Rekordmeister großes Interesse an Thiago Alcantara (22) vom FC Barcelona hat.

Guardiola hat schon mit Matthias Sammer und Karl-Heinz Rummenigge über den Mittelfeldspieler gesprochen, um zu gucken, ob ein Wechsel machbar ist. „Ich will ihn holen! Wir brauchen ihn!“
Der nächste Bayern-Hammer! Das wäre ein Mega-Transfer, Manchester United und Real Madrid wären aus dem Rennen! „Ich kenne ihn gut, er ist ein sehr guter Spieler“, lobte Guardiola seinen Wunschspieler Alcantara.

Mehrere spanische Medien hatten berichtet, dass sich der deutsche Rekordmeister schon so gut wie einig mit Thiago sein soll. So titelte die katalanische Sportzeitung „Sport“ am Morgen auf ihrer Website, dass der Mittelfeldspieler „mit einem Bein schon bei den Bayern ist“.
Seit Wochen war immer wieder über einen Weggang von Alcantara spekuliert worden. Neben Manchester United und Real Madrid war auch der FC Bayern mit dem Barca-Juwel in Verbindung gebracht worden. Nun also das bestätigte Interesse!

Der Radiosender „Cadena Cope“ war konkret in seinem Bericht. In der Sendung „El Partido de las 12“ sagte der spanische Sport-Journalist Juanma Castano, dass Thiago schon Angebote von Manchester United und Real Madrid abgelehnt und sich für den FC Bayern entschieden hat.

In Gesprächen mit dem neuen Coach Pep Guardiola ließ er sich vom Neu-Coach überzeugen, der mit ihm im zentralen Mittelfeld plant. Javi Martinez soll dafür vom defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung rücken. Pikant: Alcantara wird auch von Pep Guardiolas Bruder Pere beraten.

Als Ablösesumme sind 20 Millionen Euro im Gespräch, als Jahresgage vier Millionen...

Sonntag, 16. Juni 2013

+++TRAUER UM ZWEI FUSSBALL-HELDEN, oder Ottmar Walter und Heinz Flohe sind tot+++


Deutschland trauert um zwei Fußball-Helden: Ottmar Walter († 89) und Heinz Flohe († 65) sind tot. 

Die beiden Weltmeister starben am Samstagabend und am Sonntagmorgen.

TRAUER UM OTTMAR WALTER, unseren Weltmeister von 1954.

Zusammen mit seinem bereits verstorbenen Bruder Fritz wurde er 1954 sensationell Weltmeister. Die Walter-Brüder waren Deutschlands Fußball-Legenden. Mit dem 1. FC kaiserslautern wurden sie Deutscher Meister 1951 und 1953. Ottmar Walter (21 Länderspiele) verstarb am Sonntagmorgen in einem Pflegeheim in Kaiserslautern. „Ottes“ konnte im Laufe der letzten Jahre keine Spiele seines 1. FC Kaiserslautern auf dem Betzenberg mehr verfolgen.

Seine Frau Anneliese kümmerte sich rührend, besuchte ihn täglich. Auch Weltmeister Horst Eckel (81) hielt Kontakt zu seinem früheren Mannschaftskameraden. Erst kürzlich sagte er zu BILD: „Es fällt mir schwer, weil er mich an manchen Tagen nicht mehr erkennt.“ Ottmar Walter wurde 89 Jahre alt.
DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: „Es ist eine traurige Nachricht für den gesamten deutschen Fußball. Ottmar Walter war einer der Spieler, die das Wunder von Bern möglich gemacht haben und damit für Generationen zum Vorbild wurden. In der Geschichte des DFB wird er wie sein Bruder Fritz auf immer einen festen Platz haben. Ottmar Walter wird uns allen nicht nur als herausragender Sportler in Erinnerung bleiben, sondern auch als wunderbarer Mensch, der sein Leben lang für Bodenständigkeit und Bescheidenheit stand.”

TRAUER UM HEINZ FLOHE, unseren Weltmeister von 1974.

Das Drama um Kölns Legende bestätigte sein Sohn Nino am Sonntag: „Er ist am Samstagabend gegen 20 Uhr friedlich eingeschlafen.“
Flohe starb unweit von Köln – dort, wo er als Spieler berühmt wurde. Mit dem 1. FC Köln holte der Mittelfeldspieler 1978 das Double, wurde beim FC zur Legende. Insgesamt bestritt er für den FC und 1860 München 343 Bundesliga-Spiele (81 Tore).

Sein größter Triumph: Der Gewinn der Weltmeisterschaft 1974 im eigenen Land. Für die deutsche Nationalmannschaft absolvierte Flohe insgesamt 39 Länderspiele.

Nach einem Schwächeanfall am 11. Mai 2010 hatte Flohe bis zu seinem Tod in einem Wachkoma gelegen. Schon 1992 musste er sich einer Herz-Operation unterziehen, 2004 folgte eine weitere OP wegen anhaltender Herzrhythmusstörungen. Dabei wurde ihm eine neue Herzklappe eingesetzt.
Während seiner Zeit im Wachkoma hatten verschiedene Künstler, darunter Sänger Peter Maffay, immer wieder an Flohes Schicksal erinnert. Zu Flohes 65. Geburtstag im Januar schickte Ex-Kölner Lukas Podolski gemeinsam mit seinem Mannschaftskollegen Per Mertesacker via Facebook einen Geburtstagsgruß nach Deutschland.

„Flocke, alle, die den Fußball lieben, werden Dich nicht vergessen. Denn Du warst ein ganz Großer. Dein Poldi”, kondolierte Podolski via Facebook. DFB-Boss Niersbach sprach ebenfalls sein Beileid aus: „Es ist eine Nachricht, die uns alle sehr traurig stimmt. Heinz Flohe war ein außergewöhnlicher Spieler, der unvergessen bleibt. Unser Beileid und Mitgefühl gehört der Familie, mit der wir bis zuletzt in Kontakt standen und gehofft haben.”

FC-Vizepräsident Toni Schumacher: „Wir verlieren mit Heinz Flohe einen brillanten Fußballer und eine FC-Ikone. Er war ein solch genialer Fußballer, dass wir immer darüber gescherzt haben, dass selbst dann nicht vom Ball zu trennen gewesen wäre, wenn man Flocke mit zwei anderen Spielern in eine Telefonzelle eingeschlossen hätte.”

Ruhet in Frieden!

+++NEYMAR BRAUCHT NOCH EUROPÄISCHE FUSSBALLKUNDE+++


FCB ist nicht gleich FCB!

+++"DON JUPP" TRITT VON DER BÜHNE, oder warum das Aufhören im größten Erfolg schön, aber um so mehr klug ist+++


Bayern Münchens Triple-Giganten-Trainer Jupp Heynckes (68) beendet seine Karriere!

Der Triple-Gigant wird keinen anderen Verein mehr trainieren, auch ein zukünftiges Engagement bei einer Nationalmannschaft schließt er aus. Bei seinem Abschied von den Bayern hatte er weitere Engagements zunächst nicht ausgeschlossen.
Jetzt legt sich Heynckes in einem Gespräch mit dem „Spiegel“ fest: „Ich habe zwar etwas gegen Endgültigkeit. Aber ich kann Ihnen versichern: Ich habe nicht vor, noch einmal zu trainieren. Ich hatte einen würdigen Abschluss.“

Triple-König Heynckes will nie wieder Trainer sein!

Drei Tage nach dem gewonnenen Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart hatte Heynckes auf einer Pressekonferenz seine Zukunft noch offen gelassen und angekündigt, eine Auszeit nehmen zu wollen.
Fest stand vorher nur: In der Bundesliga wird er nicht wieder trainieren. Bei den Bayern ist Schluss, zur neuen Saison kommt Pep Guardiola. Und auch einen anderen Bundesliga-Klub will Heynckes nicht mehr übernehmen.
Doch seinen endgültigen Rücktritt wollte Don Jupp nicht verkünden. Heynckes damals: „Das letzte Jahr war wahnsinnig anstrengend. Ich mache jetzt erst einmal Urlaub.“

Selbst Real Madrid, die Heynckes 1998 zum Champions-League-Sieg führte, konnte Jupp nicht zum Nachfolger von José Mourinho überreden. Angebote gab es genug, doch Heynckes verzichtet ab sofort Trainerbank!

Heynckes blickt auf die Giganten-Rekord-Saison mit den Bayern zurück.

Der Gewinn von Champions League, Meisterschaft und DFB-Pokal sei vor allem deshalb möglich gewesen, weil alle Münchner Spieler „ihre Egoismen überwunden haben, selbst die, die das vorher nie gelernt hatten. Sogar Robben und Ribéry haben plötzlich Defensivaufgaben übernommen“, sagte Heynckes.
Die frühzeitige Verpflichtung von Pep Guardiola als seinen Nachfolger bereits im Winter bezeichnet Heynckes in dem Spiegel-Interview als „richtige Entscheidung für einen Generationswechsel. Bayern musste zugreifen. Wenn die Bayern keinen adäquaten Ersatz gefunden hätten, hätte man noch mal miteinander reden können. Aber so, wie es jetzt ist, ist es mir am liebsten.“

Heynckes übergibt dem ehemaligen Barca-Startrainer die vielleicht beste Fußball-Mannschaft der Welt. Große Fußstapfen für Guardiola...

Sonntag, 9. Juni 2013

+++SCHWEINSTEIGER IM TITELGESPRÄCH, oder warum der Chef noch nicht satt ist+++


BILD am SONNTAG: Was denken Sie, wenn Sie Ihre 13 Trophäen neben sich stehen sehen?

Bastian Schweinsteiger (28): Das sieht schon sehr, sehr schön aus. So gesammelt auf einem Haufen habe ich sie auch noch nie gesehen. Und ich muss sagen: Das macht Hunger auf mehr! Mein Titel-Hunger ist durch das Triple eher größer als kleiner geworden.

BamS: Es ist ja auch noch genügend Platz im Bayern-Museum.

Schweinsteiger: Ich bin ja auch erst 28. Und eigentlich ist es das perfekte Fußballalter. Ich spüre schon jetzt eine große Freude auf die kommende Saison. Und ich gehe davon aus, dass noch ein paar Trophäen hinzukommen.

BamS: Sie halten den Champions-League-Pokal im Arm, während Sie nach einer OP am Montag am rechten Fuß einen Spezialschuh tragen. Eine knöcherne Absprengung am Fersenbein machte Ihnen Probleme. Wie lange schon?

Schweinsteiger: Seit Februar. Passiert ist es im Rückrundenspiel in Mainz (3:0 am 2. Februar; d. Red). Anschließend musste ich das Länderspiel gegen Frankreich absagen. Und auch danach war dieser Mittwoch-Samstag-Rhythmus nicht immer einfach. Ich konnte mit dem Spann nicht mehr voll durchziehen. Die OP musste jetzt dringend gemacht werden.

BamS: Wie haben Sie so lange durchgehalten?

Schweinsteiger: Mit Spritzen und Tabletten. Ich wusste seit März, dass ich operiert werden muss. Aber es während der Saison zu machen, kam für mich nicht infrage.

BamS: Das Triple ist eine historische Leistung, die nicht mal der Generation Beckenbauer-Müller-Maier gelang. Beginnt nun eine neue Bayern-Titel-Ära?

Schweinsteiger: Das weiß ich nicht. Die genannten Spieler haben damals eine sehr große Ära geprägt, auch wenn sie nie das Triple geholt haben. Zu ihrer Zeit waren sie die Besten von Europa.

BamS: Jetzt sind Sie es!

Schweinsteiger: Das sehe ich anders. In meinen Augen ist Barcelona immer noch die Nummer eins in Europa.

BamS: Warum?

Schweinsteiger: Weil sie die letzten sechs Jahre auch auf internationalem Level unglaublich konstant waren. Man kann sich nach dem Gewinn eines großen Titels nicht sofort hinstellen und sagen: Wir sind jetzt die neue Nummer eins in Europa.

BamS: Barcelona bleibt also Bayerns Vorbild?

Schweinsteiger: In Sachen Konstanz, ja. Aber ansonsten haben wir hier in München eine eigene Art und Weise, wie wir den FC Bayern präsentieren. Genauso wie der FC Barcelona eine eigene Art hat, sich zu präsentieren. Wir sollten auch weiterhin unseren Mia-san-mia-Weg gehen. Und Barcelona wird seinen Weg mit dem Motto „més que un club“ (Katalanisch für: mehr als ein Verein) gehen. Es wird in Zukunft große Duelle zwischen diesen beiden Klubs geben.

BamS: Im Champions-League-Halbfinale demontierten Sie Barcelona. Sie gewannen das Hinspiel 4:0, das Rückspiel 3:0. War das perfekter Fußball?

Das war nah dran. Ich meine: Im Hinspiel in München gegen Barcelona ist uns Perfektion in Sachen Taktik gelungen. Wir haben von der vorigen zu dieser Saison eine richtig gute Entwicklung gemacht.

BamS: Welchen Anteil hat Jupp Heynckes daran?

Schweinsteiger: Er war der entscheidende Mann! Jupp Heynckes hat es geschafft, uns als eine echte Mannschaft aufzustellen. Jetzt machen wirklich alle nach vorne UND nach hinten mit. Dass vor allem die Offensivspieler sehr viel defensiv gearbeitet haben, war der Schlüssel zum Erfolg. Ich habe versucht, sie dabei immer zu motivieren.

BamS: In welcher Form?

Schweinsteiger: Ich habe zum Beispiel oft zu Franck oder Arjen gesagt: Wenn ihr hinten den Ball gewinnt, kriegt ihr von den Zuschauern Beifall. Schaut euch dagegen Philipp an. Der kriegt keinen Applaus für einen gewonnen Zweikampf hinten. Weil es jeder von ihm erwartet.

BamS: Sie führen das Team als Chef im Mittelfeld. Mussten für Ihren Führungsstil aber oft Kritik einstecken.

Schweinsteiger: Aber nie von unserem Trainer oder meinen Mitspielern. Ich bin schon der Meinung, dass man eine klare Hierarchie in der Mannschaft haben muss. Aber vielleicht interpretieren Philipp und ich diese auf eine moderne Weise, die für einige Leute ungewohnt erscheint.

BamS: Trotzdem: Sie haben öffentlich Prügel bezogen!

Schweinsteiger: Klar musste ich einstecken. Aber ich spüre jetzt keine Genugtuung, wenn Sie das meinen. Mir ist diese Kritik gar nicht so ans Herz gegangen. Ich habe immer versucht, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Wie kann ich es schaffen, die Mannschaft noch besser zu machen? Wie schaffen wir es, die ganz großen Titel zu holen?

BamS: Hat geklappt.

Schweinsteiger: Es war an der Zeit, dass wir die Champions League gewinnen. Wir hatten es mit unserer Geschichte und unserer Leistung einfach verdient. Nur ein einziges Mal habe ich in dieser Saison gezittert.

BamS: Wann?

Schweinsteiger: In den letzten fünf Minuten im Achtelfinal-Rückspiel gegen Arsenal London. Ab dem 0:2. Da hatte ich Angst, dass wir vielleicht doch noch ausscheiden, unseren Traum wieder nicht verwirklichen. Dieses Gefühl hatte ich ansonsten nie.

BamS: Auch nicht in den ersten 30 Minuten im Finale gegen Dortmund?

Schweinsteiger: Nein, auch da nicht. Auch wenn Dortmund in der ersten halben Stunde sehr gut gespielt hat. Aber wir alle wussten auf dem Platz, dass Dortmund in den ersten Minuten sehr viel in Sachen Pressing investieren wird. Außerdem wusste ich, dass wir als Mannschaft extrem gefestigt sind.

BamS: Trotz des Traumas, vor einem Jahr das Champions-League-Finale dahoam gegen Chelsea im Elfmeterschießen verloren zu haben?

Schweinsteiger: Ich kann mich noch genau an die traurigen Gesichter aller Spieler in der Kabine erinnern. In all den Gesprächen danach war etwas Besonderes zu spüren. Da ist ein Spirit entstanden, von dem wir in dieser Saison profitiert haben – und von dem wir in Zukunft noch mehr profitieren werden.

BamS: Wie meinen Sie das?

Schweinsteiger: Man kennt sich jetzt noch besser. Es haben sich sportlich und menschlich Mechanismen gebildet. So wie bei Barcelona, die nahezu perfekt auf dem Platz harmonieren. Da greift ein Rad ins andere. Das wird man in Zukunft auch immer mehr beim FC Bayern sehen.

BamS: Sie schossen 2012 im Champions-League-Finale gegen Chelsea den letzten Elfer an den Pfosten. Gab es für Sie persönlich danach einen Moment, in dem Sie sich geschworen haben: Und ich hole mir das Ding doch!

Schweinsteiger: Der Moment, in dem ich meine Mitspieler in der Kabine gesehen habe. Und davor der Moment, in dem ich Uli Hoeneß oben im Stadion auf der Tribüne gesehen habe, wie traurig und niedergeschlagen er war. Diese Momente waren auch jetzt in Wembley vor dem Finale gegen Dortmund wieder in meinem Kopf.

BamS: War das auch der Grund, warum Sie Uli Hoeneß sowohl den Champions-League-Pott als eine Woche später auch den DFB-Pokal sofort reichten?

Schweinsteiger: Ja, ich wollte, dass er die Pokale bekommt. Das hatte absolut nichts mit seinen aktuellen Steuer-Problemen zu tun. Sondern damit, was er als Mensch, Manager und Präsident für Bayern München geleistet hat.

BamS: Bei der Siegerehrung in London durften Sie auf der Tribüne sogar Angela Merkel küssen.

Schweinsteiger: Ab jetzt wird das immer so gemacht (lacht). Sie war, glaube ich, froh, mich wiederzusehen. Und ich war auch froh, sie zu sehen. Ich würde es aber mehr als herzliche Umarmung bezeichnen.

BamS: Worüber haben Sie mit der Bundeskanzlerin gesprochen?

Schweinsteiger: Ich bin jemand, der – wenn jemand vertraulich mit mir spricht – das auch vertraulich behandelt. Das Wort Glückwunsch war aber schon dabei.

BamS: Von wem kam der überraschendste Glückwunsch?

Schweinsteiger: Usain Bolt hat nach der Meisterschaft eine SMS geschrieben. Frank Lampard (englischer Nationalspieler vom FC Chelsea; d. Red.) hat nach dem Champions-League-Sieg ebenfalls gesimst. Er hat gratuliert und gesagt, dass ich es verdient hätte. Das fand ich richtig, richtig stark! Ich habe ihm vor einem Jahr nach dem Finale auch gratuliert. Auch wenn es schwer war in dem Moment, aber er hatte es ja auch verdient.

BamS: Wie viel Sicherheit verleiht Ihnen der Gewinn des Champions-League-Pokals?

Schweinsteiger: Für das Selbstvertrauen ist er mit Sicherheit gut. Wir alle gehen mit breiter Brust in die neue Saison. Es kommt wieder ein Weltklasse-Trainer zu uns. Ich bin schon sehr gespannt. Aber es geht unter Pep Guardiola wieder von vorne los. Dann zählt das Alte wenig.

Donnerstag, 6. Juni 2013

+++DER ABGANG DES "CAPITANO", oder wie Michael Ballack seine Würde zurück bekam+++



Streit mit Bundestrainer Löw, Zoff mit Kapitän Lahm - beim Abschiedsspiel von Michael Ballack war das alles vergessen. Die alten Kontrahenten versöhnten sich, und der Capitano vergoss Tränen. Ballack und der deutsche Fußball haben ihren Frieden gemacht.

Die Deiche rund um Leipzig hielten, aber bei Michael Ballack brachen am Ende doch alle Dämme. "Ich hatte mir fest vorgenommen, nicht zu weinen", sagte der 36-Jährige, aber gegen die Ovationen von 44.000 Menschen ist so etwas schwer durchzuhalten. Und so kam das, was zu einem ordentlichen Abschied auch dazugehört. Ballack verdrückte ein paar Tränen - und das war angesichts der Bedeutung, die dieser Abend für den ehemaligen DFB-Kapitän besaß, auch das Mindeste. Denn dieses Abschiedsspiel hat manches im deutschen Fußball geradegerückt, was in den vergangenen Jahren in Schieflage gekommen war.

Der dreifache Fußballer des Jahres, der vierfache deutsche Fußballmeister, der Meister der Premier League, der zweifache Champions-League-Finalist, der Vizewelt- und -europameister, der dreifache Pokal- und FA-Cup-Gewinner Ballack - er drohte als einer von gestern, als ein Gescheiterter in die Fußballannalen einzugehen. Den Ruf des ewigen Zweiten, des Vize-Ballack, der nicht in der Lage ist, den ganz großen internationalen Wurf zu tun, hing und hängt ihm an. Mit Bundestrainer Joachim Löw hatte er sich nach der WM 2010 überworfen, mit dessen Kapitän Philipp Lahm gleich noch dazu. Ballack schien nicht verstanden zu haben, dass moderner Fußball sich verändert hat. Er gehörte zu denen, die sich noch dann für unverzichtbar halten, als die Zeit bereits über sie hinweggegangen ist. Ein Führungsspieler außer Dienst.
Der Abend von Leipzig hat Ballack nicht nur so etwas wie die Würde zurückgegeben. Er hat vor allem seine Verdienste für den DFB wieder in den Vordergrund gerückt. Und er hat die alten Feindschaften gleich mit beseitigt. Sowohl Löw als auch Lahm waren in Leipzig dabei. Eine noble Geste aller Beteiligten. Von Ballack, dass er sich aus seiner Wagenburg begeben und beide eingeladen hat. Von Löw und Lahm, dass sie kamen. "Irgendwann sind Dinge auch mal abgehakt", hatte Ballack schon am Tag vor dem Spiel gesagt, und so schien es dann am Mittwoch tatsächlich zu sein.

Der große Abend der Versöhnung

Lahm spielte seine 90 Minuten in dem Abschiedsspiel zwischen einer Weltauswahl und dem Team "Ballack and Friends" durch. In der zweiten Halbzeit, als Ballack sich das Trikot der Weltauswahl übergestreift hatte, gab es gar die eine oder andere Passkombination zwischen den einstigen Rivalen. Und der Bundestrainer sprach von der Tribüne herunter anerkennende Wort für den Mann, den sie "Capitano" nannten. Es war der große Abend der Versöhnung, der Einigung.

Am Rande des Spieles verhandelten der künftige Chelsea-Coach José Mourinho und Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler die letzten strittigen Details des Transfers von Nationalspieler André Schürrle nach England aus. Schürrle war darüber offenbar so aufgeregt, dass er anschließend eine furchtbar schlechte Partie ablieferte. Aber das war an diesem Abend auch völlig egal. Es gab einfach keinen Platz für Missklänge.

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der Ballack einst geringschätzig nachrief, der Profi werde höchstens als "torgefährlicher Mittelfeldspieler" in Erinnerung bleiben, wollte dies mit fast zehnjähriger Verspätung offenbar auch vergessen machen und gab sich die Ehre. So wie Boris Becker, Michael Schumacher, Oliver Bierhoff, Didier Drogba, Lothar Matthäus, Jens Lehmann, Andrej Schewtschenko und und und. Weltstars im Dutzend im Leipziger Stadion, das zuletzt ausschließlich viertklassigen Fußball von Drittliga-Aufsteiger RB Leipzig zu Gesicht bekommen hatte.

Zukunft Ballacks ist noch komplett offen

"Er war ein präsenter Spieler, auf dem Platz und neben dem Platz", charakterisierte ihn Per Mertesacker, einer von sechs aktuellen Nationalspielern, die nach Leipzig gekommen waren. Jürgen Klinsmann attestierte ihm per Videobotschaft ein "unglaubliches Ballgefühl", und Rudi Völler rühmte seinen "wahnsinnigen Torriecher". Ballack hatte viele Qualitäten. Es war gut, noch einmal daran zu erinnern.
Was der "Capitano" künftig machen wird, das wusste er selbst noch nicht so genau zu sagen. "Ich setze mich da nicht unter Druck", pflegt man dann zu formulieren. Vergessen wird der 98fache Nationalspieler so oder so nicht. Seit 1998 gibt es einen Planetoiden, der nach ihm benannt ist, entdeckt von der Volkssternwarte Drebach im Erzgebirge.

Das Spiel endete übrigens 4:3 für die Weltauswahl. Und es ist ein hübscher Schlusspunkt, dass Ballack, der in Hälfte zwei den Sieg der Auswahl mit einem Tor sicherte, den Platz bei seinem allerletzten Spiel als Gewinner verließ. Und nicht als Zweiter.