Donnerstag, 21. November 2013

Geschichte kompakt No.45


1848: „Märzrevolution“ in Preußen

Am 18. März vor 160 Jahren erreichte die Märzrevolution in Berlin ihren Höhepunkt. Im Anschluss an eine Kundgebung vor dem königlichen Schloss fielen zwei Schüsse aus Militärgewehren auf die versammelten Berliner. Daraufhin kam es zu Unruhen und Barrikadenkämpfen zwischen protestierenden Bürgern und dem Militär.

Arbeiter, Handwerker und Bürger lieferten sich am Abend und in der folgenden Nacht blutige Straßenkämpfe mit den preußischen Truppen, in denen sich meist die Revolutionäre behaupten.Unter der Zivilbevölkerung gab es etwa 240 Tote und rund 1000 Verletzte, bei den Militär- und Polizeikräften über 200 Tote und mehr als 250 Verletzte.

In der Nacht zum 19. März ließ der König Friedrich Wilhelm IV. deswegen die Truppen aus Berlin abziehen und versprach den Berlinern Versammlungs-, Rede- und Pressefreiheit, Volksbewaffnung, eine unabhängige Justiz, politische Gleichberechtigung aller Staatsbürger und die Einberufung einer Nationalversammlung.

Der König sah sich gezwungen, den gefallenen Revolutionären seine Achtung zu bezeugen. Er  verneigte sich vor den über 200 aufgebahrten Gefallenen und ritt freiwillig mit einer Binde in den Farben der Revolution (Schwarz-Rot-Gold) durch Berlin.
In seinem Aufruf „An mein Volk und an die deutsche Nation“ versprach Friedrich Wilhelm IV. seinem Volk: „Preußen soll fortan in Deutschland aufgehen“.

Er bewilligte eine verfassunggebende Nationalversammlung in Preußen und verkündete, dass er an der Spitze der deutschen Bewegung für Freiheit und Einheit trete. 
Das von ihm eingesetzte liberale „Märzministerium“ konnte sich aber nicht gegen Militär und Adel durchsetzen. Deshalb wurde es am 20. Juni 1848 wieder abgeschafft. 

Friedrich Wilhelm IV. schwenkte bald selbst wieder um und stellte Schritt für Schritt die königliche Macht wieder her.

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