Montag, 2. September 2013

+++Audi A8 mit Massage-Sitzen für einen Berufs-Grünen, oder inhaltlich das Thema verfehlt+++


Ein Grüner mit Luxus-Dienstwagen? Für den Niedersächsischen Staatssekretär Udo Paschedag schien das kein Problem zu sein. Er bestellte sich einen Audi A8 mit Massagesitzen – und gab an, dass seine Vorgesetzten einverstanden seien. Seine Begründung für den Wagen: Er habe Rückenprobleme.

Die Grünen sind die Partei des Tempolimits und setzen sich für spritsparende Autos ein. Der Niedersächsische Staatssekretär Udo Paschedag scheint mit seiner Parteilinie nicht konform gehen zu wollen. Er bestellte sich einen Luxus-Dienstwagen, einen Audi A8 mit Massagesitzen. Das ist ein Wagen, den sonst Bundesminister fahren oder die Kanzlerin.

Für Paschedag wäre ein Audi A6 das vorgesehene Dienstfahrzeug gewesen. Doch dieser schien ihm zu klein zu sein. Wegen seiner Rückenprobleme musste es der größere Wagen sein – weil es in diesem Einzelsitze mit Massagefunktion gibt. Zusätzliches Extra des 245 PS Spritfressers: Belüftung.

Ministerpräsident hat wohl nicht zugestimmt

Wie kommt der Staatssekretär zu diesem Auto? Seine Chefs haben es ihm genehmigt. Sagt er zumindest. In einem internen Vermerk, der der „Bild am Sonntag“ vorliegt, schreibt er: „MP und Min sind einverstanden“. Gemeint sind damit wohl der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Landwirtschaftsminister Christian Meyer.

Doch der Ministerpräsident bestreitet seine Zustimmung zu der Anschaffung und schickte Paschedag am Donnerstag in den einstweiligen Ruhestand. Der Staatsminister war zudem massiv in der Kritik gestanden, weil er nach seinem Wechsel von Nordrhein-Westfalen nach Hannover in eine höhere Gehaltsstufe eingruppiert worden war als üblich – mit einer monatlichen Ausgleichszulage von 764,48 Euro wegen seines früheren höheren Gehalts. Auch die persönliche Referentin, die Paschedag für sich durchsetzte, hatte für Kritik gesorgt, ferner die umstrittene Anschaffung einer Klimaanlage für sein Büro.

Im vorzeitigen Ruhestand verdient Paschedag weiterhin ordentlich. Drei Monate lang bekommt er sein Gehalt von 11 000 Euro weiter ausgezahlt, berichtet die „Bild am Sonntag“. Danach erhält er drei Jahre knapp 8000 Euro. Weil hat die Gespräche über die Extra-Würste des Staatssekretärs eingeräumt. Die Opposition will einen Untersuchungsausschuss einsetzen.

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